Iran plant Gebühren für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus
Die Ankündigung Teherans, künftig Gebühren für die Durchfahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus zu erheben, hat in der internationalen Gemeinschaft für Aufsehen gesorgt. Diese Meerenge ist seit Beginn der Konflikte im Iran ein zentraler Streitpunkt und war in der Vergangenheit häufig blockiert. Die Entscheidung zur Einführung von Gebühren erfolgt im Rahmen eines neuen Abkommens zwischen den USA und dem Iran, das darauf abzielt, den Konflikt zu beenden.
Berichten zufolge wurde in letzter Minute eine Klausel in den Vertrag eingefügt, die die Souveränität Irans und Omans über die Straße von Hormus unterstreicht. Laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars deutet die Formulierung „maritime Dienstleistungen“ in der endgültigen Version des Abkommens darauf hin, dass die USA der Erhebung von Gebühren durch den Iran zugestimmt haben.
Verhandlungen und Abkommen
Nach intensiven Verhandlungen haben die USA und der Iran am Sonntag ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs erzielt. Ein zentraler Punkt dieser Einigung ist die Öffnung der Straße von Hormus, die für den internationalen Öl- und Flüssiggashandel von entscheidender Bedeutung ist. Die Unterzeichnung des Abkommens ist für Freitag in Genf vorgesehen, wobei Pakistan als Vermittler fungiert.
Position der Bundesregierung
Die Bundesregierung hat die Notwendigkeit einer gebührenfreien Passage durch die Straße von Hormus betont. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille erklärte, dass die Meerenge dauerhaft und uneingeschränkt für die Schifffahrt geöffnet sein müsse. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes wies darauf hin, dass bislang keine detaillierten Informationen über das Abkommen zwischen den USA und dem Iran vorliegen.
Reaktionen aus der Schifffahrtsbranche
Die deutsche Handelsschifffahrt hat auf das Rahmenabkommen zunächst mit Erleichterung reagiert. Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder (VDR), äußerte, dass die Signale aus den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran Hoffnung für die Schifffahrt geben. Aktuell sind noch 46 Schiffe deutscher Reedereien mit etwa 1000 Seeleuten im Persischen Golf festgesetzt.
Sicherheitslage in der Straße von Hormus
Die UN-Sonderorganisation für Seeschifffahrt (IMO) hat die Einigung ebenfalls positiv bewertet. Seit Beginn des Konflikts wurden 46 bestätigte Angriffe auf Handelsschiffe in der Region verzeichnet, bei denen 14 Seeleute ums Leben kamen. Trotz des Abkommens wird die Sicherheitslage in der Straße von Hormus vom internationalen Schifffahrtsverband Bimco weiterhin als instabil eingestuft, und die Durchfahrt bleibt riskant.
Quellen: n-tv, Iran will Gebühren für Straße von Hormus erheben
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