In der vergangenen Woche informierte die NATO über einen bemerkenswerten Anstieg der Alarmstarts von Kampfflugzeugen an der Ostflanke des Bündnisses im Juli 2026. Laut dem Gemeinschaftskommandos in Brunssum, Niederlande, stieg die Anzahl der sogenannten „Alpha-Starts“ im Vergleich zum Vorjahr um über 250 Prozent. Überraschend ist jedoch, dass der Luftraum seither weitgehend ruhig geblieben ist.
Die erschreckenden Informationen über diesen Anstieg, der dazu dient, verdächtige Luftfahrzeuge zu identifizieren und abzufangen, wurden über den WhatsApp-Kanal der NATO verbreitet. In der darauffolgenden Woche blieb der NATO-Luftraum jedoch ohne jegliche russische Flugzeugbewegungen.
Der Grund für den Anstieg der Alarmstarts war die zunehmende Aktivität der russischen Luftstreitkräfte. Russische Militärflugzeuge, darunter Aufklärer vom Typ „Il-20“ sowie Kampfflugzeuge wie die „Su-24“, operierten häufig in der Nähe des NATO-Luftraums, oft ohne Flugpläne und teilweise mit abgeschalteten Transpondern. Dies erforderte von den NATO-Kampfflugzeugen mehrere Einsätze, um diese Maschinen zu identifizieren und gegebenenfalls abzufangen.
Ein besonders aktives Einsatzgebiet für russische Jets war die Ostsee. In Reaktion auf diese Vorfälle stiegen auch die polnischen Kampfflugzeuge auf. Das polnische Verteidigungsministerium berichtete über den paarweisen Einsatz von Jets als Antwort auf massive russische Raketen- und Drohnenangriffe auf die Ukraine sowie auf die russischen Luftaktivitäten in der Nähe des polnischen Luftraums.
Zusätzlich intensivierten auch andere NATO-Staaten ihre Luftüberwachung in der Region. So wurden italienische Eurofighter, die vorübergehend in Litauen stationiert sind, eingesetzt, um russische Su-24-Bomber abzufangen, die über der Ostsee in der Nähe der NATO-Grenzen operierten.
In Rumänien war die Situation besonders angespannt. Am 24. Juli stiegen zwei rumänische F-16 und zwei italienische Eurofighter unter NATO-Kommando auf, nachdem eine Drohne in den rumänischen Luftraum eingedrungen war. Nach dem Überflug wurde der Einsatz von Waffen genehmigt, und die Drohne wurde abgeschossen. In den darauffolgenden Tagen schossen rumänische F-16 zwei weitere Drohnen ab, die den rumänischen Luftraum verletzt hatten. Diese Ereignisse führten zu einer auffälligen Häufung bewaffneter Abfang- und Abwehreinsätze an der Ostflanke des Bündnisses.
Die NATO stellte fest, dass Russland die volle Verantwortung für diese Luftraumverletzungen trägt. Diese Vorfälle seien nicht nur gefährlich, sondern auch inakzeptabel und zeigten, dass Russland zunehmend bereit sei, Risiken einzugehen. Der plötzliche Rückgang der russischen Luftaktivitäten gibt Anlass zu Spekulationen über die Gründe, die Wladimir Putin veranlassen könnten, seine Kampfjets zurückzuhalten. Gleichzeitig verdeutlichen die Entwicklungen die gestiegenen Anforderungen an die NATO-Luftverteidigung an ihrer Ostflanke.
Putin warnt vor Gegenmaßnahmen für Angriffe auf russische Handelsschiffe
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Quellen: Bild, Merkur
Bildquelle: Alex Beltyukov via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
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