In der Ukraine hat ein Waldbrand in der Nähe der ehemaligen Atomkraftwerksruine Tschernobyl Besorgnis ausgelöst. Der Brand, der durch den Absturz einer Drohne verursacht wurde, breitet sich auf einer Fläche von etwa 1100 Hektar aus. Die örtlichen Behörden berichteten, dass die Löscharbeiten durch die aktuellen Wetterbedingungen erschwert werden. Obwohl die Strahlungswerte „innerhalb der normalen Grenzen“ liegen, besteht die Möglichkeit, dass radioaktive Stoffe in die Atmosphäre gelangen.
Der Vorfall ereignete sich in der Sperrzone rund um das stillgelegte Atomkraftwerk, das 1986 Schauplatz der schwersten Nuklearkatastrophe der Geschichte war. Nach dem Unglück wurde ein 30 Kilometer umfassendes Sperrgebiet eingerichtet, aus dem Hunderttausende Menschen evakuiert werden mussten. Ein Großteil des Gebiets bleibt bis heute stark kontaminiert.
Die genauen Umstände des Drohnenabsturzes sind bislang unklar. Laut den Behörden stürzte die Drohne am Donnerstag in der Nähe des Kraftwerks ab. Der staatliche Rettungsdienst veröffentlichte ein Bild, das eine große Rauchsäule zeigt, die aus dem Brandgebiet aufsteigt.
Risiken durch Waldbrände
Das Bundesamt für Strahlenschutz warnte, dass bei Waldbränden in der Umgebung von Tschernobyl die durch die Atomkatastrophe abgelagerten radioaktiven Partikel in die Luft gelangen können. Diese könnten mit dem Rauch aufsteigen und durch Luftströmungen verbreitet werden. Die Menge und Aktivität der freigesetzten radioaktiven Stoffe sei jedoch nicht mit der Katastrophe von 1986 vergleichbar. Dennoch können solche Stoffe auch außerhalb der Sperrzone nachgewiesen werden.
Angriffe auf Atomanlagen
Die Ukraine hat Russland wiederholt beschuldigt, Angriffe auf Atomanlagen, einschließlich Tschernobyl, durchzuführen. Im vergangenen Jahr wurde die Schutzhülle des Atomkraftwerks durch einen russischen Drohnenangriff beschädigt. Diese Angriffe haben die Sicherheitslage in der Region weiter verschärft.
„Die Situation ist besorgniserregend, und wir müssen die Entwicklungen genau beobachten“, sagte ein Sprecher des ukrainischen Rettungsdienstes.
Quellen: n-tv
Bildquelle: Arne Müseler via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)