Das Knauf-Museum Iphofen präsentiert ab dem 27. Juli 2025 die Sonderausstellung „Kelten in Franken“. Diese Ausstellung beleuchtet erstmals umfassend das archäologische Erbe der keltischen Kultur in der Region, von ihrem Leben und ihren Siedlungen bis hin zu ihrem Handwerk und ihrem Niedergang. Zahlreiche archäologische Funde, darunter Artefakte der Latènekultur, gewähren Einblicke in eine hochentwickelte Gesellschaft.
Key Takeaways
- Die Ausstellung "Kelten in Franken" läuft vom 27. Juli bis 9. November 2025 im Knauf-Museum Iphofen.
- Sie zeigt zahlreiche archäologische Funde, die das Leben, Handwerk und die Gesellschaft der Kelten in Franken beleuchten.
- Besondere Exponate umfassen Schmuckstücke, Fibeln und Amulette, die die Kunstfertigkeit und den Glauben der Kelten widerspiegeln.
- Die Ausstellung thematisiert auch die Ursachen für das Verschwinden der Kelten als eigenständige Kultur in Franken.
- Ein begleitender Katalog ist im Verlag Friedrich Pustet erhältlich.
Das Leben der Kelten in Franken
Die Ausstellung "Kelten in Franken" im Knauf-Museum Iphofen widmet sich dem faszinierenden archäologischen Erbe der keltischen Kultur im Herzen ihres Siedlungsgebiets. Von 550 v. Chr. an tauchten die "KELTOI" als erstes Volk nördlich der Alpen in griechischen Schriftquellen auf. Sie lebten in offenen Siedlungen und auf Höhenburgen, aber auch in sogenannten Oppida, städtischen Zentren. Anhand von Modellen, digitalen Installationen und einer Fülle von archäologischen Funden wird das alltägliche Leben der Kelten in Franken lebendig. Gezeichnete Lebensbilder veranschaulichen typische Berufe, Alltagsszenen und Glaubensaspekte, die zusammen mit den Funden ein detailreiches Bild der keltischen Besiedelung zeichnen.
Gesellschaft und Handwerkskunst
An der Spitze der keltischen Gesellschaft stand ein Adel, der sich als Kriegerstand definierte und seine Stellung durch Luxusgüter aus dem Mittelmeerraum unterstrich. Während die einfache Bevölkerung als Bauern das wirtschaftliche Rückgrat bildete, konzentrierten sich die Handwerker in zentralen Siedlungen oder befestigten Oppida. Ihr hoher Qualitäts- und Ästhetikanspruch machte ihre Erzeugnisse begehrt. Das Spektrum reichte von Töpferei über Arbeiten aus Bronze und Eisen bis hin zu Glashandwerk und Medizin. Beeindruckende Schmuckstücke wie eine Halskette aus Bronzeperlen oder kunstvoll verzierte Fibeln zeugen von der meisterhaften Bronzeverarbeitung und dem Glauben an den Schutz durch mystische Kräfte. Amulette wie ein Rinderpaaranhänger oder ein Eberfigürchen symbolisierten Fruchtbarkeit und Kraft.
Das Verschwinden der Kelten
Die keltische Kultur in Franken war auch von Krisen geprägt. Ein Klimasturz um 400 v. Chr. führte zu Missernten und schweren Schäden, was zur Aufgabe weiter Landesteile und zu den bekannten Keltenwanderungen beitrug. Zwar siedelten sich im 3. Jahrhundert v. Chr. neue keltische Stämme an, doch ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. brachten germanische Kriegsscharen das wirtschaftliche Gleichgewicht ins Wanken. Militärische Konflikte führten zum Erliegen des Handels und zur Aufgabe zentraler Siedlungen. Die Bevölkerung kehrte zu einer bäuerlichen Lebensweise zurück und vermischte sich zunehmend mit den zuwandernden Germanen, wodurch die Kelten als eigenständige Kultur in Franken verschwanden.
Begleitende Publikation
Zur Ausstellung "Kelten in Franken" erscheint ein umfangreicher Begleitband im Verlag Friedrich Pustet, Regensburg. Dieser ist für 29,00 EUR an der Museumskasse und im Buchhandel erhältlich.