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Aufbruch ins Unbekannte: Wal verlässt die Lübecker Bucht in die Freiheit des Meeres

Ein Buckelwal hat sich in der Lübecker Bucht selbst befreit und schwimmt jetzt Richtung offenes Meer. Während Küstenwachen ihn begleiten, bleibt die Gesundheit des Tieres besorgniserregend.

Aufbruch ins Unbekannte: Wal verlässt die Lübecker Bucht in die Freiheit des Meeres
KI-generiert

Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) – Ein erfreuliches Ende für das Drama um den Buckelwal, der seit Montag auf einer Sandbank festsaß. In der Nacht hat sich das Tier selbst befreit und wurde am Morgen in der Lübecker Bucht gesichtet, etwa 400 Meter vor der Küste von Sierksdorf.

Der Wal ist verschwunden: „Jetzt wird er mit einer Drohne gesucht“

Drohnen der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover haben den Wal bei Sierksdorf entdeckt. Das Tier schwimmt entlang der Küste in Richtung offenes Meer. Sechs Schiffe der Küstenwache begleiten den Wal auf seinem Weg in Richtung Dänemark, von wo aus er durch den Belt in den Atlantik gelangen kann.

Am Timmendorfer Strand herrscht unterdessen eine optimistische Stimmung. Die Arbeiten zum Abbau der Schutzzäune haben bereits begonnen. Ursprünglich war geplant, um 7 Uhr die Rettungsmaßnahmen fortzusetzen, doch das ist nun glücklicherweise nicht mehr erforderlich.

In der Nacht hat der Wind Wasser in die Lübecker Bucht gedrückt, wodurch der Wasserspiegel um einen halben Meter angestiegen ist, erklärt Sebastian Stoll, Koordinator an der Einsatzstelle. Der zuvor ausgebaggerte Sand, der eine Art Damm gebildet hatte, ist nun unter Wasser.

Am Donnerstag war der Sanddamm noch vollständig sichtbar, während er am Freitag kaum noch zu erkennen war.

Vorsichtige Euphorie unter den Experten

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (43), der das Tier am Donnerstag begleitete, stellt klar, dass es sich nicht um ein Jungtier handelt, sondern um ein ausgewachsenes, älteres Tier. Zum Gesundheitszustand des Wals äußert er sich: „Das Gefühl ist vorsichtige Euphorie. Der Wal ist ja in keinem guten Gesundheitszustand. Die Haut sieht schlecht aus, er ist schwach und hat lange nichts gefressen.“ In seinem Maul seien noch Reste eines Geisternetzes vorhanden, die er nicht entfernen konnte.

„Vielleicht finden wir ihn wieder und vielleicht sehen wir ihn nie wieder. Oder vielleicht liegt er einen Monat später tot am Strand.“

Lehmann betont, dass es gut möglich sei, dass der Wal nicht wieder gesichtet wird. „Ich würde sagen, man kann vorsichtig Entwarnung geben, wenn man ihn nicht in den nächsten Wochen an einem anderen Strand findet.“

Rettungsmaßnahmen und Fortschritte

Am Donnerstag hatten Helfer eine Rinne in die Sandbank gegraben, um dem Wal den Weg zurück ins tiefere Wasser zu erleichtern. Taucher Lehmann hatte ihm den Weg gezeigt.

Bis Donnerstagabend hatte das Tier bereits etwa 40 Meter in Richtung Freiheit zurückgelegt. Als es dunkel wurde, entschieden die Retter, die Aktion abzubrechen, da die Situation zu gefährlich war. Zu diesem Zeitpunkt trennten den Meeressäuger nur noch zehn Meter von der Freiheit.

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Bildquelle: depositphotos

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