Umweltminister Till Backhaus äußerte sich zur Situation des Buckelwals, der nach seiner umstrittenen Freisetzung in der Nordsee mehrere Tage lebte, bevor er tot an der dänischen Küste aufgefunden wurde. Der Kadaver des Wals wurde am 14. Mai an der Insel Anholt entdeckt, was die Besorgnis über den Verlauf der Rettungsaktion verstärkte.
Der Buckelwal, der zuvor in der Ostsee gesichtet worden war, wurde am 2. Mai im Skagerrak freigelassen. Laut den ausgewerteten Daten des an ihm angebrachten Trackers lebte das Tier bis zum 6. oder 7. Mai. Backhaus informierte darüber in einer Pressekonferenz in Schwerin.
Der Tracker war an dem geschwächten Wal befestigt worden, bevor er ins offene Meer gesetzt wurde. Zuvor hatte das Tier mehrere Wochen vor der mecklenburgischen Insel Poel verbracht. Eine private Initiative hatte den Wal mit einem Lastkahn in die Nordsee transportiert, wo er etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt ausgesetzt wurde. Nach den Daten des Trackers schwamm der Wal anschließend wieder in Richtung Ostsee und legte dabei rund 215 Kilometer zurück, bevor das Signal des Trackers abbrach.
Die Initiative, die den Wal transportierte, gab an, dass anfangs einige Bewegungsdaten wie Tauchtiefen erfasst wurden. Ortsdaten konnten jedoch nicht übermittelt werden, da der Tracker nicht wie vorgesehen getestet und initialisiert wurde. Vitalzeichen wie Herz- oder Atemfrequenz blieben unbemerkt, da spezielle Sensoren dafür erforderlich gewesen wären. Backhaus kündigte an, dass in den kommenden Wochen weitere Daten von der Initiative zur Verfügung gestellt werden könnten.
Der Buckelwal, der auch als „Timmy“ oder „Hope“ bekannt ist, wurde stark verwest an den Strand gespült. Nach der Obduktion gab es zunächst keine konkreten Ergebnisse zur Todesursache. Die Überreste des Tieres sollen in Dänemark unter anderem zur Herstellung von Biodiesel verwendet werden.
Backhaus bezeichnete den Rettungsversuch als Erfolg und betonte, dass dieser sowohl rechtlich als auch fachlich vertretbar sei. Bei der Obduktion wurden keine ungewöhnlichen Befunde festgestellt, jedoch steht eine tiefere Analyse der Organe noch aus. Es wurden keine schwerwiegenden äußeren oder inneren Verletzungen gefunden, und es gab keine Hinweise auf Gewaltanwendung. Der Minister schloss daraus, dass es keine belastbaren Beweise dafür gibt, dass der Transport oder die Freisetzung des Wals direkt zu seinem Tod geführt haben.
Backhaus rechtfertigte den Rettungsversuch der Privatinitiative mit den Worten: „Wer nichts versucht, macht auch keine Fehler.“ Er wies darauf hin, dass es sich um eine außergewöhnliche Situation handelte, für die in Deutschland noch keine Standards oder etablierten Abläufe existieren.
Quellen: n-tv, Ostsee: Buckelwal lebte nach Befreiung wohl noch fünf Tage weiter, So lange lebte der Buckelwal nach seiner Freilassung wohl noch
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