In einem Salzbergwerk in Niedersachsen lagern 126.000 Fässer mit radioaktivem Abfall. Die Betreibergesellschaft hat nun bekannt gegeben, dass der bisherige Zeitplan zur Rückholung gescheitert ist. Die genauen Kosten für die Verzögerung sind derzeit noch unklar.
Die Bergung des Atommülls aus der maroden Schachtanlage Asse in Niedersachsen wird sich um mehrere Jahre verzögern. „Mit dem aktuellen Kenntnisstand lässt sich der Rückholbeginn 2033 nicht mehr darstellen“, erklärte die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE). Erst nach dem Bau eines neuen Schachts, Asse 5, mit einer Förderanlage können die vorbereitenden Maßnahmen für die Rückholung beginnen.
In ihren neuen Planungen geht die BGE, die ihren Sitz im niedersächsischen Peine hat, davon aus, dass die Einsatzbereitschaft der Schachtförderanlage im Jahr 2039 hergestellt sein kann. Zuvor hatte die BGE den Beginn der Bergung für 2033 vorgesehen. In den letzten Wochen wurde jedoch bekannt, dass dieser Termin nicht eingehalten werden kann.
„Derzeit bestehen noch so viele Unsicherheiten im Gesamtsystem, dass seriös kein neuer Rückholbeginn genannt werden kann“, räumte eine BGE-Sprecherin bereits im März ein.
Umplanungen im Ablauf seien ein wesentlicher Grund dafür, dass aktuell kein Gesamtplan vorgelegt werden könne, so die Sprecherin weiter. Nun informierte die BGE über die Verschiebung um mindestens sechs Jahre.
Niedersachsens Umweltminister äußert Unmut
Die Berichte über den geplatzten Starttermin haben Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer verärgert. Er äußerte: „Ich bin empört, dass die vom Bundestag beschlossene Räumung der Asse auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden soll, während stattdessen die Flutung des Bergwerks vorbereitet wird.“ Meyer forderte die Bundesregierung auf, dafür zu sorgen, dass die BGE das Asse-Gesetz einhält und die Räumung des „absaufenden Bergwerks“ endlich in Angriff nimmt.
In der Schachtanlage im Landkreis Wolfenbüttel sind in 13 Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen gelagert, die in den 1960er und 1970er Jahren dort eingelagert wurden. Aufgrund der instabilen Bedingungen in der Asse sollen die Fässer zurückgeholt werden. Es besteht ein gesetzlicher Auftrag, das Bergwerk unverzüglich zu räumen und stillzulegen. Die BGE in Peine ist für die Rückholung zuständig, die unter dem Begriff „Lex Asse“ bekannt ist.
In ihrem Plan von 2020 hatte die BGE mit Kosten von über drei Milliarden Euro bis zum Beginn der Rückholung kalkuliert. Wie sich dieser Betrag angesichts der neuen Zeitplanung verändern wird, ist derzeit unklar.