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Sigmund Jähn: Deutschlands erster Raumfahrer hinter den Sternen

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All, hebt 1978 mit Sojus 31 ab und umrundet 125 Mal die Erde. Sein Weltraumflug bringt Ruhm, doch die Rückkehr endet schmerzhaft und prägt seine Sicht auf den Volksheldenstatus in der DDR.

Sigmund Jähn: Deutschlands erster Raumfahrer hinter den Sternen
Wikimedia

„Als wir starteten, war es schon Nacht. Dann sehe ich, wie sich der Sternenhimmel im kleinen Bordfenster so komisch bewegt. War schon eigenartig, der Moment, dass man eben ganz schwerelos ist“, erinnerte sich Sigmund Jähn in einem Interview an seinem 80. Geburtstag am 13. Februar 2017.

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Ein historischer Flug ins All

Am 26. August 1978 begann für Sigmund Jähn eine außergewöhnliche Reise. In Baikonur wurde die Sojus 31 gestartet, die den sowjetischen Kommandanten Valerij Bykowski und den ostdeutschen Kosmonauten Jähn ins All beförderte. Kaum war der Feuerschweif des Raketenstarts verloschen, titelte eine Sonderausgabe des „Neuen Deutschland“: „Der erste Deutsche im All, ein Bürger der DDR“.

Insgesamt umrundete Jähn in 7 Tagen, 20 Stunden und 49 Minuten die Erde 125 Mal, besuchte die sowjetische Raumstation Saljut 6, machte Fotos von der Erdoberfläche und führte verschiedene Experimente durch. Doch die Rückkehr war alles andere als sanft: Bei der Landung am 3. September 1978 verletzte sich Jähn an der Wirbelsäule, was zu einem dauerhaften Rückenleiden führte.

Ruhm und Verletzungen

Die Anspannung beim Start und die Schwerelosigkeit blieben Jähn in Erinnerung, doch die unsanfte Landung in der kasachischen Steppe war ein prägendes Erlebnis. In der Propagandamaschinerie der SED fand sein Rückenleiden jedoch keinen Platz. Stattdessen wurde Jähn als der perfekte sozialistische Volksheld gefeiert.

  • Nach seiner Rückkehr wurde er mit Orden und Ehrenbürgerschaften überhäuft.
  • Sein Gesicht zierte Plakate, Briefmarken und Gedenkmünzen.
  • Öffentliche Einrichtungen wurden nach ihm benannt.

Für die SED war Jähn ein Symbol für die Überlegenheit des Arbeiter- und Bauernstaates gegenüber der BRD. Der Sohn eines Arbeiters, der es mit Fleiß als erster Deutscher ins All schaffte, wurde zum Aushängeschild der DDR.

Bescheidenheit trotz Ruhm

Obwohl Jähn als Volksheld gefeiert wurde, blieb er bescheiden. Er selbst sagte: „Mir war der Rummel eher peinlich. Aber ich habe das als eine Art Dank betrachtet.“ Der ehemalige Generaldirektor der Europäischen Weltraumorganisation ESA, Johann-Dietrich Wörner, bemerkte: „Wenn er etwas sagt, dann hat man das Gefühl, das Herz spricht mit. Das sind mir die liebsten Leute.“

Neuanfang nach der Wende

Nach dem Mauerfall erlebte Jähn einen Einschnitt in seiner Karriere. Die Bundeswehr wollte Offiziere der Nationalen Volksarmee nicht weiter beschäftigen. „Für mich wurde das Ende der DDR zunächst zum real existierenden Problem“, sagte Jähn. Unterstützung erhielt er von Ulf Merbold, dem zweiten Deutschen im All, der ihm Kontakte vermittelte. Jähn wurde Berater für die europäische Raumfahrtorganisation ESA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Andreas Schütz, Pressesprecher des DLR, bezeichnete Jähn als „Schlüsselfigur“ für die Zusammenarbeit mit Moskau. Ab 1992 bildete er deutsche und europäische Astronauten im sowjetischen Schulungszentrum „Sternenstädtchen“ bei Moskau aus, darunter auch Thomas Reiter, der ebenfalls ins All flog.

Ein bleibendes Erbe

Am 21. September 2019 starb Sigmund Jähn im Alter von 82 Jahren. Zahlreiche Wissenschaftler und Politiker zollten ihm Respekt für seine Lebensleistung. Trotz seines Ruhms blieb er bescheiden und wurde gerade deshalb verehrt. Er selbst empfand das Stehen im Rampenlicht als anstrengender als den Raumflug.

„Die Nachricht vom Tode Sigmund Jähns hat mich tief berührt. Wann immer wir uns getroffen haben, war es sehr persönlich, eine Freundschaft war entstanden, die nicht nur die Raumfahrt und seine unermüdliche Unterstützung der europäischen Astronauten betraf.“ – Johann-Dietrich Wörner

Ein Leben für die Raumfahrt

Sigmund Jähn wurde am 13. Februar 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz (Sachsen) geboren. Er begann seine Karriere als Buchdrucker, entschied sich jedoch 1955 für die Nationale Volksarmee (NVA) und wurde Luftwaffenoffizier. Jähn war einer der ersten Düsenjägerpiloten der DDR und absolvierte seine Ausbildung an der Militärakademie der Sowjetischen Luftstreitkräfte.

Im Sommer 1976 wurde er als Kosmonautenkandidat ausgewählt und brach 1978 ins All auf. Nach seiner Rückkehr engagierte er sich für die internationale Zusammenarbeit in der Raumfahrt und lebte bis zu seinem Tod in Strausberg bei Berlin.

„Der erste Deutsche im All hat sich auch immer als Brückenbauer zwischen Ost und West im Sinne der friedlichen Nutzung des Weltraums verstanden. Seine Botschaft, für die Erde ins All, werden wir in ehrendem Gedenken bewahren und fortführen“, sagte Pascale Ehrenfreund, ehemalige Vorstandsvorsitzende des DLR.


Quellen: ardalpha

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-T0709-148 / Peter Koard / CC-BY-SA, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5818133

Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.

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