Berlin – Die Bezirksvertreter der Grünen haben die Umbenennung der Hofjägerallee in Helmut-Kohl-Allee beschlossen. Damit steht der Aufstellung neuer Schilder im Herzen der Hauptstadt nichts mehr im Wege. Überraschend haben jedoch einige geladene Gäste, darunter Kohls ehemalige Weggefährtin und der aktuelle Kanzler, ihre Teilnahme an der feierlichen Zeremonie in zwei Wochen abgesagt.
In Deutschland gibt es bereits etwa 20 Straßen und Plätze, die den Namen des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl tragen. In Berlin wird die Hofjägerallee, die vom Großen Stern mit der Siegessäule (67 Meter hoch) zur CDU-Parteizentrale führt, umbenannt. Da es in diesem Bereich keine Anwohner gibt, entstehen für Privatpersonen keine Kosten, lediglich mögliche Anpassungen in Stadtplänen oder Navigationsdiensten sind erforderlich.
Helmut Kohl verstarb 2017 im Alter von 87 Jahren in seiner Heimatstadt Ludwigshafen-Oggersheim.
Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel (71) wird nicht an der Enthüllung des neuen Straßenschildes teilnehmen. Eine Sprecherin aus ihrem Büro erklärte: „Es lässt sich zeitlich nicht einrichten.“ Merkel hatte Kohl 2017 während der Trauerfeier in Straßburg gewürdigt und betont: „Helmut Kohl verkörpert eine Epoche. Seine Kanzlerschaft ist verbunden mit vielen Jahren wirtschaftlicher Prosperität.“ Zudem habe er maßgeblich zur Gestaltung des heutigen Deutschlands und Europas beigetragen.
Auch Friedrich Merz (70), Kohls Nachfolger in der CDU, wird nicht anwesend sein. Der Regierungssprecher teilte mit: „Der Bundeskanzler wird daran nicht teilnehmen, da er an diesem Tag auf Auslandsreise ist.“ Die Umbenennung der Allee erfolgt bewusst am 9. Mai, dem Europatag, der an die Schumann-Erklärung von 1950 erinnert, die als Geburtsstunde der Europäischen Union gilt.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (53, CDU), wird an der Einweihung teilnehmen. Wegner äußerte sich erfreut über die Umbenennung: „Ich freue mich sehr, dass Berlin jetzt eine Helmut-Kohl-Allee bekommen wird. Damit würdigen wir die großen Verdienste des ehemaligen Bundeskanzlers um die Europäische Union und um die Deutsche Einheit. Berlin hat Helmut Kohl sehr viel zu verdanken. Auch wenn Angela Merkel und Friedrich Merz an diesem Tag leider verhindert sind, bin ich mir sicher, dass sie diese Umbenennung unterstützen.“ Das neue Schild (1,10 x 1,70 Meter) wird von einer engagierten Mitarbeiterin des Roten Rathauses in ihrer Freizeit genäht, da im Fundus des zuständigen Bezirks keine Schilder vorhanden waren.
Ob Kohls Witwe Maike Kohl-Richter zur Zeremonie erscheinen wird, ist noch unklar. Die Berliner Senatskanzlei hat bisher keine Rückmeldung gegeben. Mitausrichter der Veranstaltung ist die Bundeskanzler-Helmut-Kohl-Stiftung, mit der es in der Vergangenheit Konflikte gab.
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