In Würzburg sind E-Scooter seit ihrer Zulassung im Jahr 2019 auf den Straßen präsent. Mit der zunehmenden Nutzung sind auch die Unfallzahlen gestiegen. Eine aktuelle Analyse der Unfallstatistik von 2020 bis 2024 zeigt interessante Erkenntnisse über die Sicherheit und Nutzung dieser elektrischen Roller in der Stadt.
Wichtige Erkenntnisse
- Der Anteil der E-Scooter-Unfälle ist im Vergleich zu anderen Verkehrsunfällen gering.
- E-Scooter werden vor allem von jungen Menschen genutzt, die jedoch nicht mehr Unfälle verursachen als andere Altersgruppen.
- Die meisten Unfälle betreffen die Fahrer selbst, nicht andere Verkehrsteilnehmer.
- Fußgänger sind kaum in E-Scooter-Unfälle verwickelt, was das Fahrverbot in der Fußgängerzone bestätigt.
- Es gibt keine klaren Unfallhotspots für E-Scooter in Würzburg.
- Alkohol- und Drogenkonsum stellen ein erhebliches Risiko für E-Scooter-Fahrer dar.
Geringe Unfallzahlen trotz steigender Nutzung
Von 2020 bis 2024 wurden in Würzburg insgesamt 94 Unfälle mit E-Scootern gemeldet. Im Jahr 2024 allein waren es 34 Unfälle. Im Vergleich zu den 320 Fahrradunfällen im selben Jahr, bei denen 271 Personen verletzt wurden, ist der Anteil der E-Scooter-Unfälle verschwindend gering.
Junge Fahrer, aber keine höheren Unfallzahlen
E-Scooter erfreuen sich besonders bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen großer Beliebtheit. Die Unfallstatistik zeigt, dass die Altersverteilung der Unfallverursacher bis 44 Jahre gleichmäßig ist. Die Verteilung der Unfälle nach Altersgruppen im Jahr 2024 ist wie folgt:
- Bis 20 Jahre: 4 Unfälle
- 21-24 Jahre: 5 Unfälle
- 25-34 Jahre: 8 Unfälle
- 35-44 Jahre: 6 Unfälle
Selbstgefährdung der Fahrer
Über zwei Drittel der Unfälle (66 von 94) wurden von den E-Scooterfahrern selbst verursacht. In vielen Fällen waren keine anderen Verkehrsteilnehmer beteiligt. Dies deutet darauf hin, dass E-Scooterfahrer in erster Linie sich selbst gefährden.
Fußgänger kaum betroffen
Die Unfallstatistik zeigt, dass von den 94 Unfällen nur 12 andere Verkehrsteilnehmer verletzt wurden, und es gab keinen einzigen Todesfall aufgrund eines E-Scooter-Unfalls. Dies bestätigt die Wirksamkeit des Fahrverbots für E-Scooter in der Fußgängerzone, das zum Schutz von Fußgängern, insbesondere älteren Menschen und Personen mit Behinderungen, eingeführt wurde.
Keine Unfallhotspots in der Stadt
Die Unfälle mit E-Scootern sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt, ohne dass sich spezifische Unfallhotspots herauskristallisieren. Einzig in der Versbacher Straße wurden vier Unfälle registriert, während im innerstädtischen Bereich „Bischofshutes“ eine Häufung festgestellt wurde.
Alkohol und Drogen als Risiko
Ein besorgniserregender Trend ist der Einfluss von Alkohol und Drogen auf die E-Scooter-Nutzung. Von den 94 Unfällen wurden 13 durch Alkohol und 2 durch Drogen verursacht. Im Jahr 2024 wurden 179 Personen mit über 0,5 Promille auf einem E-Scooter erwischt, was die Notwendigkeit von Aufklärungskampagnen unterstreicht.
Insgesamt zeigt die Unfallstatistik, dass E-Scooter in Würzburg zwar zunehmend genutzt werden, die Unfallzahlen jedoch im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln relativ gering bleiben. Die Hauptgefahr für die Fahrer selbst ist der Einfluss von Alkohol und Drogen, was die Polizei dazu veranlasst hat, Aufklärungskampagnen zu starten, um das Bewusstsein für die Risiken zu schärfen.