Ein erschütternder Fall von sexuellem Missbrauch kommt aus Erfurt, wo ein 46-jähriger Mann aus Ilmenau gestanden hat, seine Stieftochter in etwa 900 Fällen missbraucht zu haben. Vor dem Landgericht Erfurt gab er am Mittwoch ein umfassendes Geständnis ab, nachdem er zunächst zu den Vorwürfen geschwiegen hatte.
Der Richter machte dem Angeklagten die erdrückenden Beweise deutlich und appellierte an ihn, den Kindern eine erneute Vernehmung zu ersparen. Er wies darauf hin, dass nur ein vollständiges Geständnis möglicherweise zu einer Strafmilderung führen könnte. Daraufhin gestand der Mann die Taten, die unter anderem den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen umfassen.
Vorwürfe und Taten über mehrere Jahre
Nach Angaben der Anklage soll der Mann zwischen 2017 und 2024 Hunderte Male an seiner Stieftochter, die 2007 geboren wurde, sexuelle Übergriffe verübt haben. Diese fanden nicht nur im häuslichen Umfeld statt, sondern auch in der Schule, in der er als Reinigungskraft tätig war. Bei den Missbrauchshandlungen soll er zudem verschiedene Werkzeuge eingesetzt und die Taten gefilmt haben. Des Weiteren wird ihm vorgeworfen, den zwei Jahre jüngeren Halbbruder der Stieftochter dazu angestiftet zu haben, sexuelle Handlungen mit seiner Halbschwester vorzunehmen. Er behauptete gegenüber den Kindern, dass der Verkauf der Videos im Internet zur Verbesserung der finanziellen Situation der Familie beitragen würde.
Beweismaterial und Ermittlungen
Im Rahmen einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler rund 160 Stunden Videomaterial sowie Tausende von Fotos. Die Polizei wurde auf den Mann aufmerksam, nachdem ein Hinweis aus den USA eingegangen war, der auf verdächtige Aktivitäten auf einer einschlägigen Onlineplattform hinwies.
Der Richter äußerte sich am Mittwoch erschüttert über das Ausmaß des Verbrechens und sagte: „Dieses Verfahren sprengt alles, was die Kammer je erlebt hat.“ Der Prozess wird am 14. April fortgesetzt.
- Geständnis des Angeklagten: Der Mann räumte die Vorwürfe ein und gestand die Taten.
- Zeitraum der Taten: Die Übergriffe fanden zwischen 2017 und 2024 statt.
- Beweismaterial: Rund 160 Stunden Videomaterial und Tausende Fotos wurden sichergestellt.
- Ermittlungen: Die Polizei wurde durch einen Hinweis aus den USA auf den Fall aufmerksam.
Kommentar hinterlassen