Mit 87 Jahren steht Heino weiterhin auf den Bühnen Deutschlands. Bei einem seiner jüngsten Auftritte wurde der Sänger jedoch von der Polizei bewacht.
Am vergangenen Samstagabend gab Heino ein Konzert in der brandenburgischen Stadt Bad Belzig. Mit diesem Auftritt wollte der 87-Jährige seine Solidarität mit einem Feuerwehrmann aus Brandenburg zeigen, der im Jahr 2025 von seinen Aufgaben entbunden worden war. Richard Münder, der besagte Feuerwehrmann, hatte versehentlich alle drei Strophen des Deutschlandliedes abgespielt. Heino hielt die Entlassung für ungerechtfertigt und reiste nach Bad Belzig. Aufgrund angekündigter Proteste wurde das Konzert von der Polizei sowie einem privaten Sicherheitsdienst überwacht.
Sicherheitsmaßnahmen und Proteste
Heino trat während seiner Veranstaltung vor einer Deutschlandfahne auf, hinter der ein stilisierter Bundesadler mit Mikrofon zu sehen war, auf dessen Kopf Heinos blonde Haare und Sonnenbrille montiert waren. Auch im Publikum schwenkten viele Besucher Deutschlandfahnen. Unter den etwa 200 anwesenden Feuerwehrleuten befand sich auch die Sängerin Melanie Müller, die im Jahr 2024 wegen rechtsextremer Symbolik verurteilt worden war. Laut Berichten hatte sie kein offizielles Einladung, sondern ihr Ticket selbst erworben.
Polizeieinsatz und Gegenveranstaltung
Ein Sprecher der Polizei Brandenburg erklärte, dass der Einsatz darauf abzielte, „die Sicherheit und Ordnung sowie den störungsfreien Verlauf der geplanten Veranstaltungen zu gewährleisten.“ Der Veranstalter, Thomann Musikmanagement, hatte zusätzlich ein vierköpfiges Security-Team vom L.S. Sicherheitsdienst Werder engagiert. Heino äußerte sich zu den Sicherheitsvorkehrungen:
„Ich habe keine Angst. Aber ich möchte auch nicht, dass hier irgendwelche Verrückten auf meine Fans losgehen. Wir wollen einen fröhlichen Abend verbringen – ohne Störungen.“
Zur gleichen Zeit fand in Bad Belzig ein Gegenkonzert statt, das unter dem Motto „Knallbunt ist die Haselnuss“ stand – eine Anspielung auf Heinos Lied „Schwarzbraun ist die Haselnuss“. Beide Veranstaltungen verliefen friedlich.
Heinos Unterstützung für Richard Münder
Heino begründete seinen Einsatz für Münder mit den Worten:
„Jeder hat eine zweite Chance verdient. Der Mann hat jahrelang ehrenamtlich seinen Beitrag geleistet für unsere Gesellschaft.“
Münder selbst sieht sich zu Unrecht als Alleinschuldigen des Vorfalls dargestellt und weist Vorwürfe der Rechtslastigkeit zurück.
„Ich bin als Feuerwehrmann grundsätzlich unpolitisch, aber ich stehe zu den Werten unseres Landes. Heino bin ich dankbar, dass er sich unmissverständlich zu meiner Position bekennt.“
Historischer Kontext des Deutschlandliedes
Die Aufnahme des Deutschlandliedes mit allen drei Strophen hatte Heino in den Siebzigerjahren für ein Schulprojekt eingespielt – im Auftrag des damaligen baden-württembergischen Ministerpräsidenten Hans Filbinger (CDU). Filbinger trat im Jahr 1978 zurück, nachdem seine Tätigkeit als Marinerichter im Nationalsozialismus bekannt wurde. Die ersten beiden Strophen des Deutschlandliedes sind nicht strafrechtlich verboten, politisch jedoch stark belastet. Besonders die erste Strophe wurde während der NS-Zeit missbraucht.
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