Würzburg ist eine Stadt mit vielen Eigenheiten, und das zeigt sich auch in der Sprache. Wer neu in der Stadt ist oder sie besucht, kann schnell in Fettnäpfchen treten, wenn er die lokalen Begriffe nicht kennt. Von der Bezeichnung des Flusses bis hin zu kulinarischen Spezialitäten – ein kleiner Sprachführer hilft, sich in Würzburg zurechtzufinden und Missverständnisse zu vermeiden.
Die wichtigsten Würzburger Begriffe
- Der Fluss heißt „Mee“, nicht „Main“.
- Ein Viertelliter Wein wird als „Schoppen“ serviert.
- Das typische Brötchen ist der „Kipf“.
- Die Festung Marienberg ist keine Burg.
Mee statt Main
Ein häufiger Stolperstein für Neulinge ist die Bezeichnung des Flusses. Während man anderswo vom „Main“ spricht, ist in Würzburg und weiten Teilen Mainfrankens vom „Mee“ die Rede. Wer hier vom „Main“ spricht, riskiert, die Einheimischen zu verärgern. Selbst die regionale Spezialität, die „Meefischli“, unterstreicht diese Besonderheit.
Frankenschorle und Schoppen
In Franken wird eine Weinschorle traditionell mit Frankenwein zubereitet und daher „Frankenschorle“ genannt. Wer in einem Weinlokal einen Wein bestellt, tut dies oft in einem „Schoppen“, einem 0,25-Liter-Glas, das in Franken die übliche Maßeinheit darstellt. Ein „Achtele“ ist entsprechend ein Achtelliter.
Kipf und Geknickte
Das typische Brötchen in Würzburg ist der „Kipf“, ein längliches, oft mit Kümmel versehenes Brötchen. Dieses eignet sich hervorragend für die „Geknickte“, eine lange Bratwurst, die im Kipf geknickt wird. Die Bratwurst wird traditionell mit oder ohne Senf serviert, Ketchup ist tabu.
Bäck und Festung Marienberg
Ein „Bäck“ ist in Würzburg kein Bäckerladen, sondern ein traditionelles Weinlokal, in dem man oft seine eigene Brotzeit mitbringen kann. Das berühmteste Wahrzeichen der Stadt ist die „Festung Marienberg“, keine „Marienburg“. Die Umwandlung von der Burg zur Festung im 17. Jahrhundert ist für die Identität der Stadt von großer Bedeutung.
Städtle, Neubert und Kupsch
Das „Städtle“ bezeichnet die Altstadt von Heidingsfeld, einem ehemaligen eigenständigen Ort. Das Möbelhaus XXXLutz wird in Würzburg immer noch oft als „Neubert“ bezeichnet, nach seinem ursprünglichen Namen. Ähnlich verhält es sich mit den Supermärkten, die früher die Kette „Kupsch“ bildeten und heute meist Edeka heißen, aber von Einheimischen oft noch als „Kupsch“ erkannt werden.
Maroggo, Kutscher und Sanderuni
Der Nachbarort Margetshöchheim ist liebevoll als „Maroggo“ bekannt. Ein „Kutscher“ ist ein scharfer, geheimer Schnaps in der Kneipe Tscharlie, der als echter Würzburger Test gilt. Die „Sanderuni“ ist die Bezeichnung für das Universitätsgebäude am Sanderring, das trotz seines Alters als „neu“ gilt.
Wollwert
Die Woolworth-Filiale am Barbarossaplatz trägt liebevoll den Spitznamen „Wollwert“, ein Überbleibsel aus der Nachkriegszeit und ein Stück Stadtgeschichte.