Die französische Schauspielerin Nathalie Baye ist im Alter von 77 Jahren verstorben. Dies bestätigte ihre Agentin Elisabeth Tanner. Berichten aus französischen Medien zufolge erlag die Schauspielerin, die an Lewy-Körper-Demenz litt, am Freitagabend in ihrem Zuhause in Paris einer schweren Krankheit.
Baye wurde am 6. Juli 1948 in Mainneville, Normandie, geboren und wuchs in einem künstlerischen Umfeld als Tochter eines Malerpaars auf. Bereits im Alter von vierzehn Jahren brach sie die Schule ab, um in Monaco Ballett zu studieren. Drei Jahre später reiste sie in die USA, um ihre künstlerischen Fähigkeiten zu erweitern. Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich besuchte sie die private Schauspielschule „Cours Simon“ in Paris, die sie 1972 abschloss.
Karriere und Einfluss
In ihrer Karriere arbeitete Baye mit renommierten Regisseuren wie Jean-Luc Godard, Bertrand Blier und Xavier Dolan zusammen. Ihr Durchbruch gelang ihr 1973, als sie in François Truffauts Film „Die amerikanische Nacht“ die Rolle des Scriptgirls Joëlle übernahm. Dies katapultierte sie über Nacht ins Rampenlicht.
Ihr internationaler Durchbruch folgte 1978 mit dem Psychodrama „Das grüne Zimmer“. Es folgten zahlreiche Erfolge, darunter Filme wie „Eine merkwürdige Geschichte“, „Der Verrat“ und „Schöne Venus“. In dem Hollywood-Film „Catch Me If You Can“ spielte sie die Mutter des Hochstaplers, dargestellt von Leonardo DiCaprio. Zuletzt war sie in dem Drama „Downton Abbey II: Eine neue Ära“ zu sehen.
Ein bescheidener Star
Die mehrfach mit dem César ausgezeichnete Schauspielerin war in Frankreich für ihre Bescheidenheit und Authentizität bekannt. Sie bezeichnete sich selbst als „Anti-Star“ und betonte, dass sie eine Person voller Gegensätze sei.
Baye hatte eine Tochter, die Schauspielerin Nathalie Smet, die 1983 geboren wurde und aus einer langjährigen Beziehung mit dem französischen Rockstar Johnny Hallyday stammt. In den 1970er Jahren lebte sie mehrere Jahre mit dem Schauspieler Philippe Léotard zusammen. Diese Beziehung war leidenschaftlich, stellte jedoch aufgrund seiner Alkohol- und Drogenprobleme eine große Belastung für Baye dar.
Ihr Tod hinterlässt eine Lücke im französischen Kino, in dem sie als eine der bedeutendsten Schauspielerinnen ihrer Generation galt.
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