Immer mehr junge Menschen klagen über fehlende Freundschaften. Influencer Felix Wunnike, der täglich mit tausenden von Jugendlichen in Kontakt steht, berichtet, dass die Covid‑19‑Pandemie und die sozialen Medien ein Grund für diese Entwicklung sein könnten. Eine WHO‑Studie ergab, dass weltweit eine von sechs Personen einsam ist; bei Jugendlichen ist es sogar jeder Fünfte.
Die Soziologin Claudia Neu hat untersucht, wie sich Einsamkeit auf das gesellschaftliche Klima auswirkt. In ihrer Studie zeigt sich ein Zusammenhang zwischen Einsamkeit bei 16‑ bis 23 Jährigen und einer größeren Offenheit für Verschwörungserzählungen sowie Zustimmung zu politischer Gewalt. Neu betont, dass hier keine Kausalität nachgewiesen wurde, jedoch könne Einsamkeit ein Nährboden für demokratiefeindliche Tendenzen sein.
Zu den Ursachen zählen nach Neu strukturelle Faktoren: Menschen, die weit von Parks oder Grünflächen entfernt wohnen, oder in beengten Wohnverhältnissen leben, fühlen sich häufiger isoliert. Insgesamt leben in Deutschland etwa 17 Millionen Menschen allein. Wird dem Trend zur Einsamkeit nicht entgegengewirkt, könnten gesellschaftlicher Zusammenhalt und Demokratie leiden.
Quellen: Deutsche Welle
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