Am 3. Juni 2026, nur wenige Tage vor dem internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg, wurden mehrere Energie- und Militäranlagen in der Stadt Ziel von Drohnenangriffen. Diese Vorfälle wurden sowohl von russischen als auch ukrainischen Seiten bestätigt. Alexander Beglow, der Gouverneur von St. Petersburg, berichtete, dass es zwar zu Schäden an Infrastruktur kam, jedoch keine Todesfälle zu beklagen seien.
Angriffe auf strategische Ziele
Die ukrainische Regierung erklärte, dass die Angriffe darauf abzielten, das bevorstehende Wirtschaftsforum, an dem unter anderem der russische Präsident Wladimir Putin teilnehmen sollte, zu stören. Präsident Wolodymyr Selenskyj wies darauf hin, dass sowohl das Ölterminal in St. Petersburg als auch der Militärstützpunkt in Kronstadt betroffen waren. Er veröffentlichte ein Video, das ein brennendes Öllager zeigt. Auch der größte Flughafen der Stadt musste aufgrund der Angriffe für mehrere Stunden schließen.
Reaktionen und strategische Bedeutung
Selenskyj nannte die Angriffe ein „gutes Resultat“ der Kooperation zwischen verschiedenen ukrainischen Drohneneinheiten und Geheimdiensten. Diese Aktionen werden als Teil einer Strategie betrachtet, die Kiew als „Langstrecken-Sanktionen“ bezeichnet. Der ukrainische Präsident betonte, dass der Plan zur Umsetzung dieser Sanktionen wie vorgesehen fortschreite, um den Frieden zu fördern.
Weitere Ziele der Angriffe
Über die Angriffe in St. Petersburg hinaus wurde auch ein Unternehmen in der Region Tambow angegriffen, das in der Rüstungsproduktion tätig ist. Berichten zufolge handelt es sich um eine Fabrik, die Raketentechnologie herstellt. Diese Angriffe fanden etwa 1.100 Kilometer entfernt von der ukrainischen Grenze statt.
Wirtschaftsforum und internationale Teilnehmer
Das St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF), das seit 1997 jedes Jahr von der russischen Regierung organisiert wird, dient als Dialogplattform für Geschäftsleute aus Russland und anderen Ländern. Für die diesjährige Veranstaltung werden rund 20.000 Teilnehmer aus 130 Nationen erwartet. Unter den internationalen Gästen befinden sich auch zwei Bundestagsabgeordnete der AfD, Markus Frohnmaier und Steffen Kotré, die die Bedeutung des Austauschs mit verschiedenen Akteuren hervorheben.
Visuelle Eindrücke der Angriffe
Ein Berater des ukrainischen Verteidigungsministers, Serhij Sternenko, teilte auf sozialen Medien ein Video, das Delegierte zeigt, die sich auf den Weg zum Wirtschaftsforum machen, während im Hintergrund Rauch aufsteigt. Er kommentierte dies mit der Bemerkung, dass das Forum mit einer „hübschen schwarzen Rauchfahne“ im Hintergrund eröffnet werde, was die Idylle der Veranstaltung stören sollte.
Folgen der Angriffe
Die Drohnenangriffe haben nicht nur die Sicherheitslage in St. Petersburg beeinflusst, sondern auch die Wahrnehmung des Wirtschaftsforums, das in einer Zeit internationaler Sanktionen und geopolitischer Spannungen stattfindet. Die russische Regierung sieht sich gezwungen, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken und die wirtschaftlichen Auswirkungen solcher Angriffe zu minimieren.
Quellen: n-tv, MDR
Bildquelle: Twitter/Osintdefender