Berlin – Ein Jahr nach dem Amtsantritt der aktuellen Regierung am 6. Mai 2025 zeigt sich ein besorgniserregendes Bild. Die anfänglichen Hoffnungen wurden durch eine Reihe von Rückschlägen und sinkenden Umfragewerten getrübt. Der Reformherbst wurde verschoben, die Stimmung unter den Wirtschaftsbossen ist angespannt und die allgemeine Stimmungslage ist negativ. Dies spiegelt sich auch in den aktuellen Umfragen wider.
Im neuesten Sonntagstrend von INSA für BILD bleibt die Union bei lediglich 24 Prozent und kann sich nicht von der Stelle bewegen. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 erzielten CDU und CSU noch 28,5 Prozent.
Auch der Koalitionspartner SPD muss einen Rückschlag hinnehmen. Die Sozialdemokraten erreichen derzeit nur 14 Prozent, während sie am Wahltag noch 16,4 Prozent erhielten. Dies bedeutet, dass die Schwarz-Rote Koalition innerhalb eines Jahres satte sieben Punkte verloren hat. Diese Entwicklung dürfte vor allem die extremen politischen Ränder erfreuen.
Die AfD hat seit der Wahl, bei der sie 20,8 Prozent erzielte, deutlich zugelegt und steht nun bei 28 Prozent – ein Anstieg von rund sieben Punkten. Die Partei profitiert offensichtlich von den internen Konflikten und der Schwäche der Regierung. Auch die Linke kann im Vergleich zur Wahl zulegen und erreicht nun 11 Prozent, nachdem sie zuvor bei 8,7 Prozent lag. Die Grünen verzeichnen ebenfalls einen Anstieg auf 13 Prozent, nachdem sie bei der Wahl 11,6 Prozent erhielten.
Für die BSW und die FDP bleibt hingegen nur die Rolle des Zuschauers. Beide Parteien erreichen aktuell lediglich 3 Prozent, was nicht ausreichen würde, um in den Bundestag einzuziehen.
Die Notwendigkeit neuer Koalitionen
INSA-Chef Hermann Binkert äußerte sich zu den Umfrageergebnissen und erklärte: „Somit gehen zehn Prozent der Wählerstimmen an Parteien, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Parlamentarische Mehrheiten sind mit über 45 Prozent möglich.“ Allerdings kommen Union und SPD laut Umfrage zusammen nur auf 38 Prozent.
Binkert fügte hinzu: „Regierungsfähige Mehrheiten könnten, sofern eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen bleibt, nur noch in Bündnissen von Union und SPD mit den Grünen (insgesamt 51 Prozent) oder der Linkspartei (insgesamt 49 Prozent) zustande kommen.“
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Bildquelle: Steffen Prößdorf via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)