Nachrichten aus Würzburg und der Region

Aktuelles Echo
Drei Jugendliche verursachen Amokfahrt in Austin und verletzen mehrere Personen Drei Jugendliche verursachen Amokfahrt in Austin und verletzen mehrere Personen Vor 52 Minuten Deutschland erzielt erstmals seit 2023 wieder Stromüberschuss im Export Deutschland erzielt erstmals seit 2023 wieder Stromüberschuss im Export Vor 55 Minuten Warum die Diätenerhöhung für Abgeordnete in diesem Jahr ausgesetzt werden soll Warum die Diätenerhöhung für Abgeordnete in diesem Jahr ausgesetzt werden soll Vor 1 Stunde Kritik an Kadernominierung: Matthäus und Lahm äußern Bedenken zu Nagelsmanns Entscheidung Kritik an Kadernominierung: Matthäus und Lahm äußern Bedenken zu Nagelsmanns Entscheidung Vor 2 Stunden Sachsen Verkehr Pfingsten: Staus auf A4 und A72 erwartet Sachsen Verkehr Pfingsten: Staus auf A4 und A72 erwartet Vor 2 Stunden Katie Prices Partner Lee Andrews: Vermisstenfall sorgt für Besorgnis Katie Prices Partner Lee Andrews: Vermisstenfall sorgt für Besorgnis Vor 2 Stunden Auto rast in Menschenmenge – 3 Tote Auto rast in Menschenmenge – 3 Tote Vor 3 Stunden Tragisches Unglück in Tirol: Frau stirbt nach Angriff durch Kuhherde Tragisches Unglück in Tirol: Frau stirbt nach Angriff durch Kuhherde Vor 3 Stunden Tiger in der Nähe von Leipzig erschossen: Angst führte zu gefährlichem Verhalten Tiger in der Nähe von Leipzig erschossen: Angst führte zu gefährlichem Verhalten Vor 3 Stunden Mann in Australien bei mutmaßlichem Haiangriff getötet Mann in Australien bei mutmaßlichem Haiangriff getötet Vor 3 Stunden

Dringender Reformbedarf in der Altersvorsorge: Börsenchef fordert umfassende Änderungen

Der Chef der Deutschen Börse, Stephan Leithner, fordert eine rasche Reform der Altersvorsorge in Deutschland. Er betont die Notwendigkeit, die private und betriebliche Altersvorsorge zu stärken, um den Druck auf die gesetzliche Rente zu verringern.

Dringender Reformbedarf in der Altersvorsorge: Börsenchef fordert umfassende Änderungen
Christoph Scholz via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Deutsche-Börse-Chef Stephan Leithner spricht sich für eine umfassende Reform der Altersvorsorge in Deutschland aus. In einem Interview äußerte er, dass die gesetzliche Rente nicht mehr ausreiche und es dringend notwendig sei, die private und betriebliche Altersvorsorge auszubauen.

Leithner betont, dass die Bundesregierung nicht länger zusehen könne, wie immer größere Summen aus dem Bundeshaushalt benötigt werden, um die Defizite in der Rentenkasse zu decken. „Wir können nicht länger zusehen, dass immer größere Milliardenbeträge aus dem Bundeshaushalt aufgebracht werden müssen, um die Löcher in der Rentenkasse zu stopfen“, sagte er.

Die gesetzliche Rente als Grundpfeiler

Er stellte klar, dass die gesetzliche Rente als eine der drei Säulen der Altersvorsorge erhalten bleiben müsse. Gleichzeitig müsse jedoch die kapitalmarktbasierte betriebliche und private Altersvorsorge eine deutlich stärkere Rolle spielen.

Reformvorschläge und der Druck zur Veränderung

Leithner lobte die bisherigen Schritte der Bundesregierung, wie die Einführung der Frühstart-Rente und das geplante Altersvorsorgedepot, das als staatliches Standarddepot aus Wertpapieren fungieren soll. Er ist optimistisch, dass die Rentenkommission bald weitere bedeutende Vorschläge präsentieren wird. „Der Druck, zu einer Lösung zu kommen, könnte nicht größer sein“, so Leithner.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat angekündigt, dass die Bundesregierung noch in diesem Jahr eine Neuausrichtung der drei Säulen der Altersvorsorge auf den Weg bringen will. Bis zur Jahresmitte soll die Rentenkommission Vorschläge für eine Reform vorlegen.

Unzureichendes Rentenniveau

Leithner kritisierte das derzeitige Rentenniveau von 48 Prozent als unzureichend. Er forderte ein Gesamtniveau von bis zu 65 Prozent, um auch für Menschen mit niedrigeren Einkommen eine akzeptable Altersvorsorge zu gewährleisten. „Mit Blick auf die Lebenshaltungskosten kann man ein Rentenniveau von 48 Prozent nicht anders bezeichnen als unsozial“, sagte er.

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr ein Rentenpaket beschlossen, das die Haltelinie für das Rentenniveau bis 2031 bei 48 Prozent festlegt. Dies bedeutet, dass die Renten jährlich so angepasst werden, dass das Sicherungsniveau vor Steuern nicht unter diese Linie sinkt. Für das Jahr 2026 sind mehr als 120 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt für die gesetzliche Rentenversicherung eingeplant.

Frühstart-Rente und Kinderdepot

Leithner plädiert für einen deutlichen Anschub der Frühstart-Rente, bei der Kinder ab dem sechsten Lebensjahr monatlich zehn Euro vom Staat für ein Depot erhalten sollen. Er schlägt vor, dass die Frühstart-Rente mit einem Einmalbetrag von 4.000 Euro bei der Geburt eines Kindes beginnen sollte, um den Zinseszinseffekt optimal zu nutzen. „Wichtig ist, dass Frühstart-Rente und Altersvorsorgedepot ineinandergreifen“, betonte er.

Zusätzlich fordert Leithner, dass beim Kinderdepot steuerfreie Sonderzahlungen ermöglicht werden. Er verweist auf das Beispiel der USA, wo Großeltern bis zu 5.000 Euro in das Depot ihrer Enkel einzahlen können.

Betriebliche Altersvorsorge ausbauen

Leithner ist der Überzeugung, dass die betriebliche Altersversorgung in jeden Arbeitsvertrag integriert werden sollte. Derzeit sind nur etwa 50 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in diesem System, während in Ländern wie den Niederlanden oder der Schweiz 90 Prozent oder mehr abgedeckt sind.

Sein Ziel ist es, Menschen mit geringen oder mittleren Einkommen zu helfen, Vermögen aufzubauen, das der Altersabsicherung dient, anstatt dem unmittelbaren Konsum zu dienen.

Wachstum der Anlegerzahlen

Leithner stellte fest, dass sich auch ohne staatliche Anreize viel getan hat. Im Jahr 2022 gab es in Europa 19 Millionen Anleger in börsengehandelte Indexfonds (ETFs), mittlerweile sind es 33 Millionen, davon mehr als 14 Millionen in Deutschland. „Wir sehen eine ermutigende Dynamik bei jungen Menschen, denen bewusst wird, dass staatliche Vorsorge allein im Alter nicht ausreichen wird“, sagte er.

Finanzbildung und Kapitalmarkt

Leithner sieht auch Potenzial für eine stärkere Beteiligung der Deutschen an der Wertschöpfung an den Kapitalmärkten. Er verwies darauf, dass der Dax in den Jahren 2024 und 2025 eine der besten Performances weltweit hatte und fragte sich, warum die Bürger nicht an dieser Wertsteigerung teilhaben. „Die beste Finanzbildung ist der Depotauszug“, sagte er und fügte hinzu, dass die Rendite im Deutschen Aktienindex im Durchschnitt bei 7 bis 9 Prozent pro Jahr liegt.

Leithner ist überzeugt, dass selbst bei ungünstigen Kaufzeitpunkten eine Rendite von über drei Prozent nach 15 Jahren möglich ist.

Mehr zum Thema

„`

Bildquelle: Christoph Scholz via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)

Artikel teilen:

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit markiert

📷
5 neue
Verkehrsmeldungen
Würzburg
Jetzt ansehen →