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Erstmals seit drei Jahren: Russland erleidet Gebietsverluste in der Ukraine

Russland erleidet im Ukraine-Konflikt erstmals seit fast drei Jahren Gebietsverluste. Im April konnte die ukrainische Armee rund 120 Quadratkilometer zurückerobern, was auf eine Verlangsamung des russischen Vormarsches hinweist.

Erstmals seit drei Jahren: Russland erleidet Gebietsverluste in der Ukraine
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Politik

Erstmals seit drei Jahren: Russland erleidet Gebietsverluste in der Ukraine

04.05.2026, 20:55 Uhr

Seit dem Sommer 2023 hat Russland kontinuierlich Gebietsgewinne im Ukraine-Konflikt verzeichnet. In den letzten Monaten hat sich dieser Trend jedoch merklich verlangsamt, und die ukrainischen Streitkräfte sind nun in der Lage, verlorenes Terrain zurückzuerobern. Dies ist das erste Mal seit fast drei Jahren, dass Russland an der Front Netto-Gebietsverluste hinnehmen musste.

Wie aus einer Analyse des US-amerikanischen Institute for the Study of War (ISW) hervorgeht, verlor die russische Armee im April 2026 die Kontrolle über etwa 120 Quadratkilometer ukrainisches Territorium. Dies entspricht einem Rückgang von rund 0,02 Prozent des Staatsgebiets der Ukraine, das die ukrainischen Streitkräfte zurückgewinnen konnten.

Die ukrainischen Soldaten konnten in mehreren Frontabschnitten Fortschritte erzielen. In den drei ostukrainischen Regionen Saporischschja, Charkiw und Donezk eroberten sie jeweils etwa 40 Quadratkilometer zurück.

Russische Offensive in Donezk

Russland hat in der Region Donezk, insbesondere um die Stadt Kramatorsk, ebenfalls Fortschritte gemacht. In den kommenden Wochen könnte die Stadt Kostjantyniwka verstärkt in den Fokus rücken. Kostjantyniwka stellt den südlichsten Punkt des ukrainischen Festungsgürtels im Donbass dar.

„Die Russen wollen hinter diesen Festungsgürtel auf der Achse Slowjansk, Kramatorsk, Kostjantyniwka. Ein Viertel der Stadt haben die Russen bereits in Besitz genommen“,

erklärte Oberst Markus Reisner.

Verlangsamung des russischen Vormarsches

Insgesamt kontrolliert Russland laut ISW-Daten etwas mehr als 19 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets. Dazu gehören die bereits 2014 annektierte Halbinsel Krim sowie Gebiete in den Regionen Donezk und Luhansk, die vor der Vollinvasion im Jahr 2022 von prorussischen Separatisten gehalten wurden. Der Großteil des restlichen Gebiets wurde in den ersten Wochen nach Beginn des Krieges im Februar 2022 erobert.

Die Analyse zeigt, dass sich der Vormarsch der russischen Armee bereits in den Vormonaten erheblich verlangsamt hat: Im März 2026 eroberte Russland 23 Quadratkilometer, im Februar waren es 123 Quadratkilometer und im Januar 319 Quadratkilometer.

Nach Angaben des ISW haben insbesondere ukrainische Gegenangriffe sowie Probleme der russischen Armee mit der Kommunikationstechnologie die bereits bestehenden Schwierigkeiten innerhalb der russischen Streitkräfte verschärft. Im Februar 2026 stellte das US-Unternehmen SpaceX die Nutzung seiner Starlink-Satelliten durch das russische Militär ein, und die russische Führung schränkte die Nutzung des Online-Dienstes Telegram ein. Zudem könnte der durch Tauwetter und Regen verursachte Schlamm das Vorrücken der Bodeneinheiten behindert haben.

Die Situation an der Front bleibt angespannt und könnte sich in den kommenden Wochen weiterentwickeln.

Bildquelle: depositphotos

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