Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat sich entschieden, die bestehenden Sanktionen gegen russische Athleten vorübergehend weitgehend aufzuheben. Diese Maßnahme ermöglicht es den Sportlern aus Russland, an internationalen Wettbewerben teilzunehmen, was insbesondere für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles von Bedeutung ist.
Die bisherigen Beschränkungen wurden durch die IOC-Spitze in Lausanne aufgehoben. Eine Entscheidung darüber, ob die Athleten und Teams aus Russland bei den Sommerspielen in Los Angeles unter eigener Flagge und mit Nationalhymne antreten dürfen, soll zu einem späteren Zeitpunkt getroffen werden.
Mit diesem Schritt hat das IOC nach drei Jahren seine Empfehlungen an die Veranstalter internationaler Sportereignisse zur Teilnahme russischer Athleten zurückgezogen. Zudem wurde die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees (ROC) vorläufig aufgehoben, da das IOC der Meinung ist, dass die rechtlichen Grundlagen für die Sanktionen nicht mehr bestehen.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry betonte, dass diese Entscheidung im Einklang mit der neuen strategischen Ausrichtung des IOC steht, die während der IOC-Session Ende Juni bekräftigt wurde. Ursprünglich wurden die Sanktionen damit gerechtfertigt, dass das ROC die vier annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja anerkannt habe, was einen Verstoß gegen die Olympische Charta darstelle. Das ROC hat jedoch durch sportjuristische Argumente diese Begründung angefochten.
Bereits zuvor hatte das IOC die Sanktionen gegen belarussische Athleten gelockert, die ebenfalls infolge des Ukraine-Kriegs betroffen waren, da Belarus Russland in diesem Konflikt unterstützt. Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 sowie den bevorstehenden Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo dürfen nur Einzelathleten aus diesen beiden Ländern als neutrale Teilnehmer antreten.
Das IOC weist darauf hin, dass die Teilnahme von Athleten an internationalen Wettkämpfen nicht durch die Handlungen ihrer Regierungen eingeschränkt werden sollte, auch wenn diese in Konflikte verwickelt sind. Coventry sprach ebenfalls über mögliche politische Einmischungen bei den kommenden Spielen in Los Angeles und verwies auf die bestehenden Schutzmechanismen der olympischen Bewegung. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) ist dafür zuständig, Streitigkeiten schnell zu klären.
Diese Entwicklungen stehen im Kontext einer jüngsten Intervention des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump während der Fußball-Weltmeisterschaft, die Fragen zur Unabhängigkeit sportlicher Organisationen aufwarf. Trump hatte sich nach einer umstrittenen Entscheidung bezüglich eines Spielers an die FIFA gewandt, was zu einer vorübergehenden Aussetzung einer Sperre führte. FIFA-Präsident Gianni Infantino bestätigte das Gespräch, betonte jedoch die Unabhängigkeit der Entscheidungen der FIFA.
Quellen: sportschau, BR