„Die neuen Empfehlungen könnten fatale Folgen haben“, warnte ein Gesundheitsexperte.
US-Präsident Donald Trump hat per Dekret die Impfempfehlungen für Kinder drastisch reduziert, obwohl die Zahl der Maserninfektionen in den USA alarmierend ansteigt. Bei einem Auftritt im Weißen Haus räumte Trump ein, dass seine Entscheidungen auf unbelegten Behauptungen basieren. Insbesondere wiederholte er seine umstrittene These, dass ein Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus bestehen könnte, für den es jedoch laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keinerlei wissenschaftliche Beweise gibt.
Änderungen der Impfpolitik
Die neue Regelung sieht vor, dass Impfungen gegen Krankheiten wie Hepatitis B, Covid-19 und Grippe nicht mehr als allgemeine Empfehlungen für alle Kinder gelten. Eltern haben jedoch weiterhin die Möglichkeit, ihre Kinder gegen diese Krankheiten impfen zu lassen, und die Kosten sollen weiterhin von den Versicherungen übernommen werden. Trump forderte zudem, den kombinierten MMR-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln in drei separate Impfungen aufzuteilen und diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu verabreichen. Er äußerte, dass die Kombination dieser Impfstoffe möglicherweise „ziemlich tödlich“ sein könnte, räumte jedoch ein, dass es dafür keine Belege gebe.
Wissenschaftliche Bedenken
Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat betont, dass es keine wissenschaftlichen Belege für den Nutzen einer Aufteilung des MMR-Impfstoffs gibt. Zudem sind Einzelimpfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln in den USA derzeit nicht erhältlich. Gesundheitsexperten warnen, dass zusätzliche Arztbesuche dazu führen könnten, dass Kinder länger ungeschützt bleiben oder Impfungen ganz ausfallen. Die Zahl der Maserninfektionen hat in den letzten anderthalb Jahren einen Höchststand erreicht, nachdem die Krankheit im Jahr 2000 in den USA als besiegt galt.
Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus
Trump stellte den neuen Kurs in einen Zusammenhang mit der gestiegenen Anzahl von Autismus-Diagnosen. Er berichtete, dass er seine eigenen Kinder früher zu mehreren getrennten Impfterminen gebracht habe und glaubt, dass dies einen großen Einfluss auf Autismus haben könnte. Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. erklärte, dass die Regierung mögliche Zusammenhänge zwischen Impfungen und Autismus weiter untersuchen wolle. Er betonte, dass der Anstieg der Autismus-Diagnosen nicht nur auf eine verbesserte Erkennung zurückzuführen sei, sondern auch Umweltursachen haben müsse.
WHO widerspricht Trumps Behauptungen
Die WHO hat in zahlreichen Studien festgestellt, dass es keinen Beleg dafür gibt, dass Impfungen Autismus verursachen. Auch der Zusammenhang zwischen der MMR-Impfung und Autismus wurde in großen Studien nicht nachgewiesen. Die neue Anordnung der Trump-Regierung setzt den bereits seit Monaten verfolgten Kurs fort, der darauf abzielt, die Impfempfehlungen zu reduzieren und mehr Entscheidungsspielraum für Eltern und Ärzte zu schaffen.
Rechtliche Herausforderungen
Die Anordnung hebt nicht die vorläufige Gerichtsentscheidung auf, die im März eine ähnliche Änderung der Impfpolitik gestoppt hatte. Ein Bundesgericht hatte festgestellt, dass solche Entscheidungen auf wissenschaftlichen Methoden basieren sollten, die durch gesetzliche Vorschriften kodifiziert sind. Trump wies das Justizministerium an, rechtliche Schritte gegen Bundesstaaten einzuleiten, deren Impfregelungen seiner Meinung nach das Recht auf religiös oder medizinisch begründete Impfausnahmen verletzen.
Vergleich mit Europa
Trump und Kennedy argumentierten, dass europäische Länder hohe Impfquoten erreichen, ohne umfassende Schul-Impfpflichten. Viele europäische Staaten setzen auf freiwillige Impfprogramme, während in einigen Ländern Pflichtimpfungen und Nachweispflichten bestehen. In Deutschland müssen Kinder in Kitas und Schulen einen ausreichenden Masernschutz nachweisen. Die US-Regierung betont, dass sie weiterhin hohe Impfquoten anstrebt, jedoch durch Information und freiwillige Entscheidungen der Eltern, anstatt durch staatliche Vorgaben.
Quellen: n-tv
Bildquelle: Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)
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