Politik
Wie Innenminister Dobrindt die Grenzkontrollen trotz sinkender Asylanträge verteidigt
03.05.2026, 23:08 Uhr
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bekräftigt die Notwendigkeit von Grenzkontrollen in Deutschland, obwohl die Migrationszahlen gesunken sind. In der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“ erklärte Dobrindt: „Aktuell geht es darum, dass wir diese Grenzkontrollen auch erhalten wollen.“ Er wies darauf hin, dass es nach wie vor Rückweisungen an den Grenzen gebe und betonte: „Wir haben 8000 Haftbefehle an der Grenze jetzt durchführen können.“
Die Bundesregierung plant mittelfristig ein europäisches Migrationssystem, das eine Reduzierung der Grenzkontrollen ermöglichen soll. Dobrindt äußerte sich jedoch ungewiss über den Zeitpunkt, an dem dies realisiert werden kann.
Abschiebungen nach Afghanistan bleiben ein Thema
Zusätzlich bekräftigte Dobrindt die Absicht der Bundesregierung, Abschiebungen nach Afghanistan fortzusetzen, auch wenn dies direkte Gespräche mit der Taliban-Regierung erfordere. Er äußerte Unverständnis für die Kritik an diesen Maßnahmen:
„Jeder, der einen Vorwurf formuliert, dass ich Straftäter, schwere Straftäter, Vergewaltiger, Totschläger nach Afghanistan abschiebe, muss umgekehrt sagen: Wäre in Deutschland ein sicheres Land, wenn diese Menschen hierbleiben dürften? Nein, und deswegen werden sie abgeschoben,“
sagte er.
Kritik an den Grenzkontrollen
Die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger äußerte sich skeptisch zu den fortgesetzten Grenzkontrollen. In der gleichen ARD-Sendung erklärte sie:
„Grenzkontrollen haben immer zu dem gehört, was ich durchaus ja als kritisch gesehen habe. Ich glaube nach wie vor, dass dauerhafte Grenzkontrollen nicht das Mittel der Wahl sind in Europa, mitten in Europa. Sie schaden uns am Ende mehr, als sie helfen.“
Die Debatte über die Grenzkontrollen und die Abschiebepolitik bleibt angesichts der aktuellen politischen Lage und der Herausforderungen im Bereich Migration ein zentrales Thema in Deutschland.
Bildquelle: depositphotos
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