Tanken, Heizen, Einkaufen: Der Konflikt im Iran hat bereits die Preise in vielen Bereichen in die Höhe getrieben. Während die Auswirkungen im Supermarkt noch nicht überall spürbar sind, zeichnen sich bereits die nächsten Preiserhöhungen ab.
Der Krieg im Iran hat die Kosten für Tanken, Heizen und Fliegen erhöht und wird voraussichtlich auch viele Alltagsprodukte in den kommenden Monaten teurer machen. Auslöser ist insbesondere die Blockade der Straße von Hormus, einer entscheidenden Route für den globalen Öl- und Gastransport. Laut vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamts lagen die Verbraucherpreise für Energie im März 2026 rund sieben Prozent über dem Vorjahresmonat, während die Inflation insgesamt bei 2,7 Prozent lag.
Die Verbraucher spüren die Preissteigerungen vor allem bei Kraftstoffen und Energie. Benzin, Diesel, Heizöl und Gas sind teurer geworden, und auch die Strompreise könnten steigen. Zudem hat sich der Preis für Kerosin zeitweise verdoppelt, was zu höheren Flugticketpreisen geführt hat. Diese Preissteigerungen haben direkte Auswirkungen und lösen eine Kettenreaktion aus, die nach und nach weitere Produkte betrifft.
Produkte, die teurer werden könnten
Die Auswirkungen des Konflikts erstrecken sich mittlerweile weit über den Energiesektor hinaus. Besonders betroffen sind Produkte, deren Herstellung oder Transport stark von Öl und Gas abhängt.
- Kraftstoffe: Benzin, Diesel, Heizöl und Gas
- Flugreisen
Mit Verzögerung werden auch andere Produkte betroffen sein:
- Grundnahrungsmittel: Brot, Fleisch und Milchprodukte
- Verarbeitete Lebensmittel: Tiefkühlpizza und Fertiggerichte
Zusätzlich könnten weitere Produkte unter Druck geraten:
- Alltagsprodukte: Waschmittel, Spülmittel und Shampoo
- Verpackungen: Flaschen und Müllsäcke
Der entscheidende Punkt ist, dass viele dieser Produkte nicht selbst energieintensiv sind, jedoch ihre Herstellung, die benötigten Rohstoffe oder ihr Transport stark von Energiepreisen abhängen.
Einfluss auf die Lebensmittelpreise
Ein zentraler Preistreiber in der Landwirtschaft ist der Dünger, der überwiegend aus Erdgas hergestellt wird. Die Preise für Stickstoffdünger sind seit Jahresbeginn um 30 bis 40 Prozent gestiegen, während einige Produkte wie Harnstoff sogar um rund zwei Drittel teurer geworden sind.
Diese Entwicklungen haben direkte Folgen für die Produktion. Landwirte müssen mehr für ihre Betriebsmittel zahlen oder setzen weniger Dünger ein, was zu höheren Kosten oder geringeren Erträgen führt. In der Folge verteuern sich zunächst Getreide und Futtermittel, was sich später auf Produkte wie Brot, Fleisch und Milch auswirkt.
Zusätzlich steigen die Kosten in der Verarbeitung. Molkereien benötigen viel Energie für Kühlung und Pasteurisierung, während Fleischverarbeiter und Futtermittelhersteller ebenfalls stark von den Energiepreisen abhängig sind. Auch die Transportkosten steigen. Bisher sind diese Preiserhöhungen im Supermarkt nur begrenzt spürbar, doch Experten erwarten, dass sich dies in den kommenden Monaten bei Produkten wie Joghurt und Käse stärker bemerkbar machen wird.
Preiserhöhungen bei Drogerieartikeln
Auch Produkte des täglichen Bedarfs geraten unter Druck. Waschmittel, Reinigungsmittel und Kosmetik basieren häufig auf chemischen Rohstoffen, die aus Öl und Gas gewonnen werden, wie beispielsweise Tenside. In der Industrie wird bereits mit deutlich steigenden Kosten gerechnet. Hersteller geben diese Kosten in der Regel weiter, oft schrittweise und für Verbraucher zunächst kaum sichtbar.
Ein Beispiel sind Konsumgüterhersteller, die bereits mit steigenden Kosten rechnen, etwa bei Waschmitteln, Spülmitteln oder Haarpflegeprodukten. Der Preisdruck entsteht nicht nur in den Produktionsstätten, sondern entlang der gesamten Lieferkette.
Zusätzlich sind die Preise für Kunststoffgranulate wie Polyethylen und Polypropylen deutlich gestiegen, mindestens um 10 Prozent, teilweise sogar mehr. Dies betrifft Produkte wie Müllsäcke, Flaschen und Einwegartikel direkt. Gleichzeitig verteuern sich dadurch auch Verpackungen für zahlreiche andere Waren, einschließlich Lebensmittel.
Verbraucherverhalten im Wandel
Die steigenden Preise verändern bereits das Einkaufsverhalten vieler Haushalte. Laut einer Analyse des Marktforschungsinstituts YouGov kaufen Verbraucher gezielter ein, vergleichen Preise intensiver und verschieben Ausgaben.
Die Belastung konzentriert sich auf zentrale Bereiche wie Energie, Mobilität und Lebensmittel – Ausgaben, die sich kaum vermeiden lassen. Besonders Haushalte mit geringem Einkommen geraten dadurch stärker unter Druck, da sie einen größeren Teil ihres Budgets dafür aufwenden müssen.
Viele rechnen zudem damit, ihre Ausgaben weiter einschränken zu müssen, was die Zurückhaltung beim Konsum zusätzlich verstärkt.
Unsichere Lage und verzögerte Entlastung
Wie stark die Preise weiter steigen werden, hängt vom Verlauf des Konflikts ab. Eine stabile Waffenruhe und offene Handelsrouten könnten die Energiemärkte beruhigen. Erste Reaktionen zeigen, dass Ölpreise in solchen Fällen auch wieder sinken können.
Für Verbraucher bedeutet dies jedoch nicht sofortige Entlastung. Preissenkungen kommen meist verzögert an, während Unternehmen steigende Kosten schnell weitergeben.
Der Iran-Konflikt verdeutlicht ein bekanntes Muster: Globale Krisen schlagen zuerst bei den Energiepreisen durch und erreichen dann schrittweise den Alltag der Verbraucher. Ob an der Tankstelle, im Supermarkt oder im Drogeriemarkt – die eigentlichen Preisschübe kommen oft erst später.
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