Über einen Zeitraum von mehr als vier Jahren hat Audi im ersten Quartal einen drastischen Rückgang des Gewinns um vier Fünftel hinnehmen müssen. Zwei Hauptfaktoren belasten den Automobilhersteller: die Märkte in China und den USA. Finanzchef Jürgen Rittersberger äußerte, dass ein „erheblicher Handlungsdruck“ besteht und man weitere Einsparmöglichkeiten prüfe.
Im ersten Quartal erzielte der zur Volkswagen-Gruppe gehörende Automobilhersteller nach Steuern einen Gewinn von 559 Millionen Euro. Dies entspricht einem Rückgang von über 11 Prozent und markiert den vierten Rückgang in Folge für das erste Quartal. Im Vergleich dazu hatte Audi im ersten Quartal 2022 noch 2,9 Milliarden Euro nach Steuern verdient, was das Fünffache des aktuellen Gewinns darstellt.
Die gesamte Automobilindustrie sieht sich derzeit mit Herausforderungen konfrontiert, die auch Audi stark betreffen. Die Zölle in den USA haben zu einer finanziellen Belastung im niedrigen dreistelligen Millionenbereich geführt, wie Rittersberger erklärte. Die Auswirkungen der neuesten Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump sind derzeit noch unklar. Positiv zu vermerken ist, dass ohne die US-Zölle im ersten Quartal ein Gewinnwachstum vor Steuern möglich gewesen wäre.
Probleme auf dem chinesischen Markt
Ein weiteres anhaltendes Problem für Audi ist der chinesische Markt. Der Gewinn aus dem China-Geschäft fiel drastisch auf nur noch 28 Millionen Euro, während es im Vorjahr noch 170 Millionen Euro waren. Audi leidet, wie viele deutsche Hersteller, unter dem intensiven Wettbewerb in China. Zudem hat das Wegfallen von Förderungen für Elektroautos zu einer Kaufzurückhaltung geführt. Auch der Modellwechsel beim wichtigen A6 hat negative Auswirkungen, jedoch erwartet Rittersberger im Laufe des Jahres eine Verbesserung.
Strategien zur Effizienzsteigerung
Um den Herausforderungen zu begegnen, plant Audi, die Effizienz- und Kostensenkungsmaßnahmen weiter voranzutreiben. Rittersberger betonte: „Unsere Ergebnisentwicklung zeigt klar, dass wir erheblichen Handlungsdruck haben.“ Im gesamten Volkswagen-Konzern wird derzeit diskutiert, wie weitere Einsparungen realisiert werden können. So steht auch die Rückrufaktion bei Mercedes-Benz im Fokus, die auf Antriebsprobleme hinweist.
Auf die Frage nach Einsparmöglichkeiten erklärte Rittersberger, dass man kontinuierlich prüfe, wo weitere Einsparungen möglich sind. Bei Audi seien bereits viele Maßnahmen umgesetzt worden. Bezüglich des Werks in Neckarsulm, über das zuletzt Spekulationen aufkamen, sagte er, dass es sich um ein „ganz entscheidendes Werk“ für Audi handle, das modern, gut aufgestellt und ausgelastet sei.
Die Umsatzentwicklung von Audi zeigt ebenfalls einen Rückgang: Der Umsatz fiel von 15,4 Milliarden Euro auf 14,2 Milliarden Euro. Diese Zahlen beziehen sich auf den gesamten Audi-Konzern, zu dem neben der Hauptmarke auch Bentley und Lamborghini gehören.
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Quellen: n-tv
Bildquelle: Thomas Wolf, www.foto-tw.de via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)
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