Trotz der sinkenden Ölpreise und der Einführung eines Tankrabatts steigen die Benzinpreise an den Tankstellen erneut. Der ADAC kommt zu dem Schluss, dass die Senkung der Energiesteuer noch nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde. Die Mineralölwirtschaft hingegen widerspricht dieser Einschätzung.
Viele Autofahrer sind enttäuscht über die aktuellen Spritpreise, da sie sich durch den Tankrabatt eine stärkere Entlastung erhofft hatten. Nach einem anfänglichen Rückgang am ersten Tag der Steuersenkung zeigen die Preise an den Zapfsäulen nun wieder einen Aufwärtstrend, wie die Zahlen des ADAC und des Bundeskartellamts belegen.
Bereits am Sonntag lagen die Preise für Superbenzin und Diesel im bundesweiten Durchschnitt nur noch zwischen 10 und 11 Cent unter dem Niveau des letzten Tages vor der Einführung des Rabatts. Dies ist deutlich weniger als die vorübergehende Steuersenkung von 16,7 Cent pro Liter. Der ADAC stellt fest, dass die Senkung der Energiesteuer von knapp 17 Cent „noch immer nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde“.
Kraftstoffpreise im Überblick
Die Entwicklung der Kraftstoffpreise in den letzten fünf Tagen zeigt, dass die bundesweiten Durchschnittspreise für Superbenzin, Super E10 und Diesel regelmäßig aktualisiert werden. Diese Daten sind entscheidend für die Verbraucher, um die Preisentwicklung besser nachvollziehen zu können.
Eine Sprecherin des ADAC äußerte zudem, dass die Mineralölkonzerne die Preise erneut erhöhen, ohne dass dies durch einen Anstieg des Rohölpreises gerechtfertigt wäre. Der Verbraucherzentrale-Bundesverband warnte: „Die Befürchtungen bewahrheiten sich: Der Tankrabatt kommt nicht vollständig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern an. Statt einer Entlastung für Autofahrer droht erneut ein Konzernrabatt.“ Auch der SPD-Fraktionschef Matthias Miersch äußerte sich kritisch und forderte, dass man sich dies nicht gefallen lassen könne. Möglicherweise seien weitere Maßnahmen erforderlich.
Erwartungen an die Mineralölkonzerne
Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums betonte: „Es ist unsere klare Erwartung, dass die Mineralölkonzerne diese Steuersenkung weitergeben.“ Diese Entwicklung müsse nun genau beobachtet werden. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie sieht die Situation jedoch anders: „Gemessen an den Tankstellenpreisen am 30. April wird der Tankrabatt von den Markentankstellen voll weitergegeben. Ohne die Steuersenkung wären die Preise rund 17 Cent je Liter höher.“ Zudem seien die Produktpreise für Benzin und Diesel am Weltmarkt in der vergangenen Woche stark gestiegen, was die Einkaufspreise beeinflusste. „Der Tankrabatt wirkt und schützt die Kunden in dieser Situation vor noch höheren Preisen,“ so der Verband.
Am 30. April kostete Super E10 laut ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,126 Euro pro Liter, Diesel 2,215 Euro. Am Freitag sanken die Preise dann auf 1,989 Euro für E10 und 2,079 Euro für Diesel. Bis Sonntag stiegen die Preise jedoch wieder an: E10 verteuerte sich um 2,8 Cent auf 2,017 Euro, Diesel um 2,5 Cent auf 2,104 Euro. Das Bundeskartellamt kam in einer Analyse zu ähnlichen Ergebnissen, wobei die Unterschiede im Zehntel-Cent-Bereich lagen. Der Präsident der Behörde, Andreas Mundt, betonte: „Die Steuersenkung soll Verbraucherinnen, Verbraucher und die Wirtschaft in einer schwierigen Phase entlasten. Die Mineralölkonzerne sind allenfalls Treuhänder dieser Entlastung, sie ist nicht für sie bestimmt. Sie muss bei den Kunden ankommen.“
Preisschwankungen und Marktverhalten
Mundt äußerte sich nicht konkret zu den aktuellen Preisen, riet den Autofahrern jedoch, die Preise über Apps zu vergleichen, da die Preiskurven vieler Tankstellen und Marken derzeit stärker variieren als gewöhnlich. Seit der Einführung der 12-Uhr-Regel steigen die Preise um die Mittagszeit oft um mehr als 10 Cent, sinken dann jedoch am Nachmittag und erneut am Vormittag des folgenden Tages, bevor der nächste Preissprung erfolgt.
Am Montagvormittag fiel der Preis für Super E10 im bundesweiten Durchschnitt vorübergehend unter 2 Euro. Um 10:14 Uhr meldete das Bundeskartellamt einen Wert von 1,99 Euro pro Liter. Laut ADAC sank der Preis bis kurz vor dem Preissprung am Mittag sogar auf 1,981 Euro, bevor er schlagartig auf 2,099 Euro anstieg. Diesel kostete um 11:45 Uhr im Schnitt 2,063 Euro, nach dem Mittagssprung 2,193 Euro pro Liter.
Marktphänomene und Tankstellenverband
Der Tankstellenverband bft erklärte, dass die Preisschwankungen ein übliches Marktphänomen seien. Zudem wirke der Rabatt zeitverzögert, da der Steuernachlass nur auf ab dem 1. Mai an die Tankstellen gelieferten Sprit gilt. „Eine sofortige und vollständige Weitergabe ist daher weder wirtschaftlich darstellbar noch regulatorisch vorgeschrieben,“ so der Verband. Laut bft wurde am 1. Mai „außergewöhnlich viel getankt“, was zu kurzfristigen Engpässen und leeren Tanks führte, jedoch meist nur für wenige Stunden.
Unterdessen hat sich bestätigt, dass der April der teuerste Tankmonat aller Zeiten war. Nach Berechnungen der Deutschen Presse-Agentur auf Basis von ADAC-Daten kostete ein Liter E10 im bundesweiten Monatsschnitt 2,11 Euro, ein Liter Diesel 2,27 Euro. Inflationsbereinigt wären dies jedoch keine Rekordwerte.
Zusätzlich zeigen aktuelle Berichte, dass die Heizölpreise ebenfalls gesenkt wurden, was für viele Haushalte eine positive Entwicklung darstellt. Auch im Automobilbereich gibt es Neuigkeiten: Mercedes-Benz hat eine Rückrufaktion wegen Antriebsproblemen bei mehreren Modellen gestartet.
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