Infineon startet frühzeitig mit neuer Halbleiterproduktion in Dresden
„Diese Fabrik steht für das, was Europa jetzt braucht: technologische Stärke und den Mut, strategische Zukunftsfelder selbst in die Hand zu nehmen“, äußerte sich Oliver Schenk, CDU-Europapolitiker, zur bevorstehenden Eröffnung der neuen Smart Power Fab von Infineon in Dresden. Die offizielle Inbetriebnahme der hochmodernen Produktionsstätte erfolgt am 2. Juli 2026, drei Monate früher als ursprünglich geplant. Mit einer Gesamtinvestition von rund fünf Milliarden Euro zielt das Unternehmen darauf ab, die europäische Abhängigkeit von Mikrochips aus Asien und den USA zu reduzieren.
Details zur Smart Power Fab
Die neue Smart Power Fab erstreckt sich über eine Fläche, die mit 50.000 Kubikmetern Beton und etwa 25.000 Tonnen Stahl realisiert wurde. Das Gebäude umfasst sechs Etagen, wobei der Reinraum als zentrales Element fungiert. Dieser Bereich ist mit modernsten Anlagen zur Chipfertigung ausgestattet und wird von einer massiven Stahlkonstruktion getragen, die ein Gewicht von 5.000 Tonnen aufweist.
Produktion und Anwendungsbereiche
Infineon bringt am Standort Dresden langjährige Erfahrung in der Halbleiterproduktion mit, insbesondere im Bereich der Stromsteuerung. Die in der neuen Fabrik hergestellten Chips sind für diverse Anwendungen vorgesehen, darunter die Energiewende, Elektromobilität, das Internet der Dinge sowie KI-Rechenzentren. Diese Technologien sind entscheidend für die Effizienzsteigerung des Stromverbrauchs in großen Rechenzentren.
Finanzierung und öffentliche Unterstützung
Die Investition in die Smart Power Fab wird durch öffentliche Fördermittel in Höhe von 920 Millionen Euro unterstützt, die im Rahmen des European Chips Act bereitgestellt werden. Diese Initiative zielt darauf ab, die europäische Chipproduktion zu stärken und die Wertschöpfungsketten in Schlüsselindustrien zu sichern. Die EU-Kommission genehmigte im Februar 2025 die Fördermittel, die auch von der Bundesregierung und dem Freistaat Sachsen unterstützt werden.
Schaffung von Arbeitsplätzen
Mit der Inbetriebnahme der neuen Fabrik werden rund 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen. Der Konzern beschäftigt derzeit etwa 56.500 Mitarbeiter. Die neuen Stellen sollen nicht nur direkt bei Infineon entstehen, sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze bei Dienstleistern und Zulieferern in der Region nach sich ziehen. Infineon betrachtet die Smart Power Fab als ein wichtiges Signal für junge Menschen, dass in der Region zukunftssichere Arbeitsplätze und interessante Ausbildungswege entstehen.
Umweltaspekte der neuen Fabrik
Die Errichtung der Smart Power Fab hat auch Bedenken hinsichtlich möglicher Umweltauswirkungen aufgeworfen. Infineon betont, dass der Bau von Umweltschutz- und Ausgleichsmaßnahmen begleitet wurde, darunter die Schaffung eines Ersatzhabitats für Eidechsen. Zudem wird die Fabrik mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben, und es wird Industriewasser anstelle von Trinkwasser verwendet. Interne Recyclingprozesse sollen sicherstellen, dass das für die Produktion benötigte Wasser mehrfach genutzt werden kann.
Quellen: n-tv, t-online