Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Israel gegen den Iran setzen sich fort, was Teheran dazu veranlasst, mit Raketen und Drohnen zu reagieren. In diesem Liveticker erhalten Sie aktuelle Informationen über die Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die globale Wirtschaft sowie über Reaktionen und Einschätzungen von Experten.
Marktentwicklungen und Expertenmeinungen
8.15 Uhr: Die Situation an der Straße von Hormus hat erhebliche Bedeutung für die Märkte. Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Privatbank Berenberg, warnt vor den klaren wirtschaftlichen Konsequenzen einer möglichen längeren Blockade. Er betont: „Die entscheidende Frage für die Weltwirtschaft ist offensichtlich: Wird die Straße von Hormus für Öl- und Gasexporte länger als nur einige Wochen geschlossen? Sollte dies der Fall sein, würde das das globale Wachstum erheblich belasten und die weltweite Inflation deutlich ansteigen lassen.“
Schmieding weist darauf hin, dass ein anhaltender Anstieg des Ölpreises um 15 Dollar pro Barrel in der Eurozone zu einem Anstieg des Preisniveaus um nahezu 0,5 Prozent führen könnte, was die Kaufkraft der Verbraucher beeinträchtigen würde.
Obwohl Berenberg kurzfristig mit einem Anstieg der Ölpreise rechnet, erwarten die Ökonomen in ihrer Basisprognose, dass sich der Preis für Brent-Öl nach der akuten Phase wieder im Bereich von 65 bis 70 Dollar pro Barrel stabilisieren wird.
Börsenstart in Frankfurt und Ölpreisentwicklung
8.00 Uhr: Der Börsenstart in Frankfurt steht bevor, und die Anleger sind gespannt auf die Entwicklungen. Vorbörslich verzeichnete der Dax einen Rückgang von etwa 400 Punkten, was zwar einen kleinen Schock darstellt, jedoch kein dramatisches Beben auslöst.
7.50 Uhr: Die Rohölmärkte haben auf die Eskalation im Nahen Osten heftig reagiert. In den ersten Handelsminuten stiegen sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Sorte WTI um mehr als zehn Prozent. Brent erreichte mit 82,37 Dollar pro Barrel den höchsten Stand seit Juli 2024, während WTI mit 75,33 Dollar den höchsten Wert seit Juni 2025 markierte.
Im weiteren Verlauf gaben die Preise jedoch einen Teil ihrer Gewinne wieder ab. Brent zur Lieferung im April notierte zuletzt bei 78,05 Dollar, was einem Anstieg von rund 7,5 Prozent oder über 5 Dollar im Vergleich zum vorherigen Schluss entspricht. WTI verteuerte sich um mehr als 4 Dollar auf 71,52 Dollar pro Barrel.
Prognosen und sichere Anlagen
7.45 Uhr: Analysten der Deutschen Bank schätzen, dass das Ausmaß und die Geschwindigkeit der Eskalation im Nahen Osten in den kommenden Tagen von verschiedenen Faktoren abhängen werden. Die höheren Ölpreise könnten möglicherweise eine Deeskalationsdynamik auslösen.
Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, geht davon aus, dass der Preis für Brent-Öl im Falle einer längeren Schließung der Straße von Hormus weiter in Richtung der 100-Dollar-Marke steigen könnte. „Sollte der Ölpreis mehrere Monate auf diesem hohen Niveau bleiben, würde dies die Inflation im Euroraum rechnerisch um mehr als einen Prozentpunkt erhöhen und das Wirtschaftswachstum um einige Zehntel Prozentpunkte senken“, erklärt Krämer.
7.34 Uhr: In der aktuellen Situation flüchten Anleger in sichere Häfen. Der Goldpreis steigt um 2,1 Prozent auf 5359 Dollar je Feinunze, während Silber um ein Prozent zulegt. Gleichzeitig verzeichnen die US-Aktien-Futures einen Rückgang: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq liegen jeweils rund 0,7 Prozent im Minus.
Volatilität und geopolitische Risiken
7.30 Uhr: Analysten erwarten zu Handelsbeginn eine hohe Volatilität und eine erhöhte Risikoaversion an den Märkten. Globale Aktien dürften unter Druck stehen, da Investoren auf die Unsicherheit reagieren und riskante Anlagen meiden. Die Möglichkeit einer Blockade der Straße von Hormus, durch die etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls transportiert werden, lässt die Energiepreise steigen und könnte sowohl Inflation als auch Wachstum belasten.
- Ölpreise steigen stark, was konjunkturempfindliche Branchen belastet.
- Druck auf Flug- und Logistikwerte könnte vor Börsenöffnung zunehmen.
- Energie- und Verteidigungswerte gelten als „sichere Häfen“.
Die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold und Staatsanleihen bleibt hoch, während Aktienindizes unter Druck stehen und asiatische Börsen schwächer starten. Insgesamt erwarten Anleger beim Marktstart Unsicherheit, Sektorverschiebungen und eine erhöhte Nachfrage nach sicheren Anlageklassen.
Geopolitische Entwicklungen
7.29 Uhr: Am vergangenen Wochenende haben Israel und die USA Ziele im Iran angegriffen, wobei auch das Staatsoberhaupt und geistliche Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet wurde. Teheran reagierte mit militärischen Gegenschlägen und schränkte zudem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ein – eine Schlüsselroute für den globalen Energiehandel.
Durch diese Meerenge am Persischen Golf wird täglich rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert. Selbst kleinere Störungen können die Preise in die Höhe treiben und die Finanzmärkte unter Druck setzen.
Parallel dazu hat die Opec+ bei einem regulären Treffen beschlossen, die Fördermenge auszuweiten. Der Verbund, zu dem neben den Opec-Staaten auch Produzenten wie Russland gehören, plant, die tägliche Produktion um 206.000 Barrel zu erhöhen. In der offiziellen Mitteilung wurde diese Entscheidung mit robusten Konjunkturaussichten und vergleichsweise niedrigen Lagerbeständen begründet, während die jüngsten Kampfhandlungen nicht thematisiert wurden.
7.27 Uhr: Frank Kelly vom Analysehaus Fulcrum Macro warnt im „Handelsblatt“ vor übermäßiger Euphorie. „Dies ist nicht Venezuela“, betont er. Die Lage im Iran sei deutlich komplexer. Zwar seien Führungspersonen getötet worden, doch es gebe zahlreiche fähige Nachfolger, die bestrebt seien, die Macht zu übernehmen. Die Märkte sollten sich möglicherweise auf Instabilität in der Region einstellen.
Energiebedarf wächst immer schneller! CHAR Technologies, Orsted, RWE
Kommentar hinterlassen