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Milka & Co: Rewe-Chef Lionel Souque rechnet mit Markenherstellern ab

Rewe-Chef Lionel Souque kritisiert die Preispolitik namhafter Markenhersteller wie Lindt und Mondelēz. Trotz sinkender Rohstoffpreise setzen diese ihre Preise weiter in die Höhe, was die Lebensmittelbranche unter Druck setzt.

Milka & Co: Rewe-Chef Lionel Souque rechnet mit Markenherstellern ab
KI-generiert / KI-generiert

Die Lebensmittelpreise steigen weiterhin, und Rewe-Chef Lionel Souque hat nun die Hersteller namhafter Marken scharf kritisiert. Besonders die hohen Preise für Schokolade und Kaffee sowie die gestiegenen Kosten für Personal und Energie setzen die Branche in Deutschland unter Druck. Souque äußerte sich in einem Interview und nannte konkret die Marken Lindt und Mondelēz, die seiner Meinung nach die Preise trotz sinkender Rohstoffpreise erhöht haben.

„Der Kakaopreis ist bis letztes Jahr unglaublich gestiegen, also gab es massive Preiserhöhungen. Seit Monaten sinken die Rohstoffpreise. Aber die großen Markenhersteller, vor allem Lindt und Mondelēz, haben die Preise erhöht“, sagte Souque.

Ein Beispiel, das Souque anführte, ist die „Alpenmilch-Schokolade“ von Milka. Die unverbindliche Preisempfehlung für die 100-Gramm-Tafel lag bei 1,49 Euro, doch diese wurde auf 90 Gramm verkleinert, während der Einkaufspreis für den Supermarkt stieg. Unter diesen Umständen sei ein Verkaufspreis von unter 1,99 Euro kaum möglich gewesen. „Das ist irre“, kritisierte der Rewe-Chef.

Preisschwankungen und Verbraucherunzufriedenheit

Doch nicht nur die Hersteller stehen in der Kritik. Auch Rewe selbst sieht sich Vorwürfen ausgesetzt. Die Preisgestaltung im Supermarkt sorgt für Verwirrung unter den Verbrauchern. Oft wird Markenschokolade wie „Milka“ oder „Ritter Sport“ für 1,11 Euro im Sonderangebot angeboten, nur um kurze Zeit später wieder 1,99 Euro zu kosten. Zudem gibt es Diskussionen über die Reduzierung des Verpackungsgewichts, was ebenfalls zu Unmut führt.

In diesem Zusammenhang fordert die EU mehr Transparenz bei der Preisgestaltung. Der Europäische Gerichtshof drängt auf die Einhaltung der Preisangabenverordnung, die besagt, dass Preiswerbung nur zulässig ist, wenn der reduzierte Preis niedriger ist als der günstigste Preis der letzten dreißig Tage. Dies könnte das wöchentliche Preisspiel am Regal beenden.

Preisbewusstsein der Verbraucher

Eine Umfrage zeigt, dass rund 74 Prozent der Bevölkerung beim Lebensmittelkauf gezielt auf Sonderangebote achten. Für fast 60 Prozent der Befragten ist der Preis entscheidend für die Auswahl der Produkte im Einkaufskorb, wie der Ernährungsreport 2025 des Agrarministeriums belegt.

Souque äußerte sich auch zur Diskussion über eine mögliche Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel.

„Wir würden – wie auch zu Corona-Zeiten – im Durchschnitt so eine Steuersenkung über die Preise natürlich weitergeben. Das kann ich aber nicht für jeden einzelnen Artikel garantieren. Es würde wahrscheinlich ein Mix“,

erklärte er. Man müsse das gesamte Sortiment betrachten und könne nicht für jedes Produkt eine individuelle Preisreduktion versprechen.

Marktposition von Rewe

Rewe zählt zusammen mit Edeka zu den führenden Lebensmittelhändlern in Deutschland und beschäftigt rund 280.000 Menschen. Beide Unternehmen zeigen zudem Interesse an der Übernahme von Filialen des Mitbewerbers Tegut, der sich vom deutschen Markt zurückzieht.

Die Preispolitik der Markenhersteller und die damit verbundenen Herausforderungen für den Einzelhandel bleiben ein zentrales Thema in der Branche. Die Verbraucher sind gefordert, sich in einem zunehmend unübersichtlichen Markt zurechtzufinden.

Bildquelle: depositphotos

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