„Wir sind stolz darauf, mit der Ning Yuan Dian Kun ein vollständig elektrisches Frachtschiff in Betrieb genommen zu haben“, erklärte ein Sprecher der Ningbo Ocean Shipping Co.
Das neueste Frachtschiff der Ningbo Ocean Shipping Co. aus China, die „Ning Yuan Dian Kun“, setzt auf einen innovativen Elektroantrieb. Dieses Schiff, das im April 2024 in Betrieb genommen wurde, kann bis zu 742 Container transportieren und wird von einem 1.750-kW-System angetrieben. Die Energieversorgung erfolgt über zehn Batteriecontainer mit einer Gesamtleistung von 20 MWh. Die Route des Schiffes erstreckt sich über etwa 70 Seemeilen südlich von Shanghai, und es wird erwartet, dass es jährlich 1.462 Tonnen CO₂ einsparen kann.
Neues Konzept für den Batterietausch
Besonders bemerkenswert ist das Ladekonzept des Schiffes. Die Batterien sind in Containern untergebracht, die im Hafen mit Kränen ausgetauscht werden können. Ist ein Batteriecontainer entladen, wird er vom Schiff abgehoben und durch einen vollgeladenen ersetzt. Dieses Verfahren ermöglicht es, die Standzeiten des Schiffes an der Steckdose erheblich zu verkürzen.
Das Prinzip könnte insbesondere in Regionen von Vorteil sein, in denen die Hafeninfrastruktur noch nicht für hohe Ladeleistungen ausgelegt ist. Der Austausch der Batterien erfolgt praktisch wie der Transport von Fracht: leerer Akku runter, voller Akku rauf. Dies ist für feste Kurzstrecken mit planbaren Routen deutlich einfacher als für lange Hochseefahrten.
Globale Entwicklungen im Bereich elektrischer Schiffe
China ist nicht das einzige Land, das auf diese Technologie setzt. Bereits seit 2024 verkehrt die „Green Water 01“ der Reederei COSCO auf dem Jangtse. Auch in Europa steigt die Zahl der elektrischen Schiffe. Die „Yara Birkeland“ in Norwegen nutzt eine 6,7-MWh-Batterie, während Scandlines seit März 2026 die vollelektrische Fähre „Baltic Whale“ zwischen Puttgarden und Rødby einsetzt. Zudem fährt seit 2025 die „Frisia E-1“ zur Nordseeinsel Norderney.
Sinkende Kosten für Batteriesysteme
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg dieser Technologie ist der Preis der Batteriepacks. Diese sind seit 2012 von etwa 1.400 Euro auf unter 400 Euro pro Kilowattstunde gefallen. Prognosen zufolge könnten die Preise bis 2030 auf rund 200 Euro sinken, was die Wirtschaftlichkeit von elektrischen Frachtschiffen erheblich verbessert.
Allerdings ist die Situation nicht ganz so einfach. Weltweit waren 2024 zwar 944 Schiffe mit großen Batteriesystemen im Einsatz, doch nur etwa 18 Prozent davon fuhren rein elektrisch. Die meisten dieser Schiffe sind Hybride oder Plug-in-Hybride, die Akkus hauptsächlich für Lastspitzen oder emissionsfreies Ein- und Auslaufen im Hafen nutzen.
Herausforderungen für große Containerschiffe
Für große Containerschiffe auf Ozeanrouten bleibt der rein elektrische Antrieb vorerst eine Herausforderung. Der Grund dafür ist die Energiedichte: Diesel speichert pro Kilogramm ein Vielfaches der Energie einer Batterie. Um ein großes Schiff über den Pazifik zu transportieren, müssten enorme Mengen an Frachtkapazität für Akkus aufgegeben werden, was die Wirtschaftlichkeit stark beeinträchtigen würde.
Deshalb setzen große Reedereien wie Maersk derzeit verstärkt auf alternative Kraftstoffe wie Methanol. Dennoch könnten Batteriecontainer auf festen Kurzstrecken, bei Fähren und im Küstentransport eine vielversprechende Alternative darstellen.
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Quellen: chip
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