Für Montag ruft die IG Metall zu landesweiten Protestaktionen in der Automobilbranche auf. Diese Mobilisierung verfolgt das Ziel, ein klares Zeichen für sichere Arbeitsplätze, zukunftsfähige Standorte und eine starke industrielle Basis zu setzen. Unter dem Motto „Zukunft statt Kahlschlag – Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ sind über 200 Aktionen in ganz Deutschland angekündigt.
Die Gewerkschaft rechnet mit einer großen Beteiligung von mehr als 100.000 Menschen an den Protesten. In Bayern sind zahlreiche Veranstaltungen geplant, darunter Betriebsversammlungen, Aktionen während der Mittagspause, Sternmärsche und öffentliche Kundgebungen.
Die größte Versammlung im Freistaat wird am Vormittag in Nürnberg stattfinden. Vor dem Bosch-Werk ist eine Betriebsversammlung angesetzt, die von einer Kundgebung am Werkstor gefolgt wird. Neben den Beschäftigten des Nürnberger Bosch-Werks haben auch Mitarbeiter anderer Unternehmen, wie etwa von MAN, ihr Kommen angekündigt. Die IG Metall warnt in diesem Zusammenhang vor einem drohenden „massiven Personalabbau“.
In Oberbayern sind mehrere Aktionen geplant. So beginnt um 11 Uhr eine Auftaktkundgebung bei BMW in München an der Ecke Dostlerstraße/Lerchenauer Straße. Darauf folgt ein Autokorso rund um die BMW-Zentrale, bevor eine weitere Kundgebung im Olympiapark stattfindet. In Ingolstadt wird um 13 Uhr eine Sprechstunde des Betriebsrats außerhalb des Audi-Werks durchgeführt. Zudem ist in Schweinfurt ab 12 Uhr eine Kundgebung vor dem ZF-Werk Süd geplant, während in Aschaffenburg um 11.45 Uhr zu einer „mutigen Mittagspause“ bei Joyson Safety Systems aufgerufen wird.
In Schwaben ist ebenfalls eine Aktion angesetzt. Am Bosch-Werk in Seifen treffen sich Vertreter der IG Metall sowie des Betriebsrats um 8.30 Uhr am Werkstor, um ein Banner zu präsentieren. Die IG Metall möchte damit auf die schwierige Lage der Zulieferer aufmerksam machen, wie die Bevollmächtigte der Allgäuer IG Metall, Jasmin Steinert, erläuterte.
Die IG Metall warnt vor weiteren Einschnitten in der Branche und fordert von der Politik eine entschlossene Industriepolitik. Christiane Benner, die Chefin der IG Metall, äußerte bei einer Betriebsversammlung bei VW, dass die Bundesregierung sich klar zu Zöllen auf Hybridfahrzeuge aus China, zur Senkung der Energiekosten und zu Vorgaben für die Produktion in Europa bekennen müsse. Sie appellierte an die Politik und die Arbeitgeber, die Autoindustrie nicht in eine Krise zu treiben, sondern gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Die Gewerkschaft spricht sich gegen eine Verlängerung oder Absenkung der tariflichen Arbeitszeit von 35 Stunden aus und fordert die Unternehmen auf, vermehrt in deutsche Standorte zu investieren. Dazu zählen unter anderem die Batteriefertigung, autonomes Fahren und moderne Produktionsanlagen. Zudem wird betont, dass eine größere Anzahl an Modellen mit hohen Stückzahlen benötigt wird, um die Auslastung der Werke zu steigern.
Aktuell sieht sich die deutsche Automobilindustrie mit verschiedenen Herausforderungen konfrontiert, zu denen die wachsende Konkurrenz aus China, US-Zölle sowie die vergleichsweise niedrigen Gewinnmargen bei Elektrofahrzeugen gehören.
Quellen: BR, Augsburger Allgemeine
Bildquelle: Bernd Schwabe in Hannover via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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