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Wissenschaftler prognostizieren außergewöhnlich starken El Niño-Ereignis

Wissenschaftler erwarten einen besonders starken El Niño, dessen Auswirkungen voraussichtlich 2024 spürbar werden. Die aktuelle Hitzewelle in Europa steht jedoch vor allem im Zusammenhang mit dem menschengemachten Klimawandel.

Wissenschaftler prognostizieren außergewöhnlich starken El Niño-Ereignis
KI-generiert

Erwartungen an ein stark ausgeprägtes El Niño und seine Folgen

Das Wetterphänomen El Niño zeigt sich erneut und könnte in dieser Phase besonders intensiv ausfallen. Wissenschaftler erwarten, dass die Auswirkungen voraussichtlich erst im kommenden Jahr deutlich wahrnehmbar sein werden. Ein zentrales Thema in diesem Zusammenhang ist, ob El Niño auch für die gegenwärtigen extremen Hitzewellen in Deutschland und Europa verantwortlich ist.

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Ein angesehenes internationales Forschungsinstitut hat festgestellt, dass der bevorstehende El Niño möglicherweise der stärkste seit langem sein wird. Diese Entwicklung könnte eine Zunahme von extremen Wetterereignissen zur Folge haben. Tim Stockdale, ein Experte des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF), stellte fest, dass die Vorhersagemodelle auf einen „extremen“ El Niño hindeuten. Er hebt hervor, dass eine derartige Vorhersage in der Vergangenheit noch nie so stark und konstant war.

Eigenschaften des Phänomens

El Niño führt zu einer Erwärmung der Oberflächentemperaturen im zentralen und östlichen Pazifik. Diese Veränderungen haben globale Auswirkungen auf Windmuster, Luftdruck und Niederschläge, was in verschiedenen Regionen der Erde sowohl Dürren als auch Überflutungen zur Folge haben kann. Typischerweise tritt das Phänomen alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monaten. Der letzte El Niño hat, kombiniert mit dem menschengemachten Klimawandel, dazu geführt, dass 2023 als das zweitheißeste Jahr und 2024 als das heißeste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gilt.

Rolle des Klimawandels

Die extremen Temperaturen, die in den letzten Wochen in Deutschland gemessen wurden, sind jedoch nicht nur auf El Niño zurückzuführen. Forscher haben herausgefunden, dass die Hitzewelle Ende Juni in West- und Mitteleuropa ohne den Einfluss des menschengemachten Klimawandels nahezu ausgeschlossen gewesen wäre. Die Wissenschaftler von World Weather Attribution betonen, dass die aktuellen Tages- und Nachttemperaturen zu dieser Jahreszeit vor 50 Jahren als „praktisch unmöglich“ galten.

Die Berechnungen zeigen, dass eine Hitzewelle im damaligen Klima etwa 3,5 Grad kühler gewesen wäre. Der Klimawandel wird als der Hauptfaktor hinter den gegenwärtigen extremen Temperaturen identifiziert. Unter der Leitung der deutschen Wissenschaftlerin Friederike Otto, die am Imperial College London arbeitet, analysieren Forscher den Einfluss des Klimawandels auf Extremwetterereignisse, indem sie aktuelle Daten mit historischen Modellen vergleichen.

Wahrscheinlichkeit extremer Temperaturereignisse

Die Analyse der aktuellen hohen Temperaturen zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für hohe Nachttemperaturen im heutigen Klima etwa 100-mal höher ist als im Jahr 2003, als Europa ebenfalls von einer Hitzewelle betroffen war. Die gemessenen Tageshöchsttemperaturen sind mittlerweile ungefähr zehnmal wahrscheinlicher geworden. Zudem wurde ausgeschlossen, dass El Niño einen Einfluss auf die gegenwärtige Hitzewelle hat, da es nur geringe Auswirkungen auf das Klima in Europa hat.

Wissenschaftliche Einschätzung und Ausblick

Friederike Otto äußert sich zu den aktuellen Temperaturen und hebt hervor, dass die Wissenschaftler immer wieder auf die Rolle des Klimawandels hinweisen müssen. Sie betont, dass die Verantwortung für die gegenwärtigen klimatischen Veränderungen beim Menschen liegt. Es existieren Lösungen, jedoch werden diese nicht schnell genug umgesetzt. Die Herausforderungen des Klimawandels erfordern dringende Maßnahmen, um die Auswirkungen auf Wetter und Umwelt zu minimieren.


Quellen: n-tv, Berliner Zeitung

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