Die Risiken für Krankheitsausbrüche sind dort am größten, wo Menschen und Vieh in unmittelbarer Nähe zu Wäldern leben.
Durch menschliche Aktivitäten in der Umwelt wird das Überspringen von Krankheitserregern aus dem Tierreich begünstigt. Die Corona-Pandemie ist ein prägnantes Beispiel für die weitreichenden sozialen und wirtschaftlichen Folgen, die aus solchen Übertragungen resultieren können. Eine neue Analyse zeigt, dass präventive Maßnahmen ergriffen werden könnten, um diese Risiken zu minimieren.
Infektionskrankheiten und ihre Ursprünge
HIV, Mpox, Ebola, Malaria und Borreliose sind nur einige der vielen Infektionskrankheiten, die entweder direkt aus dem Tierreich stammen oder durch Tiere wie Mücken oder Zecken übertragen werden. Eine umfassende Untersuchung hat ergeben, dass der Mensch durch verschiedene Umweltveränderungen das Risiko für solche Krankheiten erheblich erhöht. Laut den Forschern handelt es sich um die umfangreichste Analyse zu diesem Thema.
Die mehr als 30 Wissenschaftler um Rory Gibb vom University College London betonen in ihrer Veröffentlichung, dass neu auftretende Infektionskrankheiten ein charakteristisches Merkmal des Anthropozäns sind.
„Es gibt deutliche Belege für einen starken und konsistenten menschlichen Einfluss auf diese Krankheiten“,
so die Forscher. Die katastrophalen sozialen und wirtschaftlichen Folgen von Krankheiten wie Covid oder Ebola verdeutlichen die Dringlichkeit des Themas. Angesichts der fortwährenden Eingriffe in die Natur ist zu erwarten, dass solche Gefahren in den kommenden Jahrzehnten zunehmen werden.
Einfluss von Umweltfaktoren auf Krankheitsausbrüche
Für die Analyse wurden über 58.000 Dokumente zu Ausbrüchen von 32 verschiedenen Krankheiten in 169 Ländern untersucht, wobei der Fokus auf sozialen und Umweltfaktoren lag. Die Ergebnisse zeigen, dass die Risiken für Krankheitsausbrüche besonders hoch sind, wenn Menschen und Vieh in der Nähe von Wäldern und fragmentierten Ökosystemen leben. Solche Fragmentierungen entstehen häufig durch Abholzung für Siedlungen, Straßenbau, Bergbau oder landwirtschaftliche Flächen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Menschen mit Tieren in Kontakt kommen, die Krankheitserreger tragen.
Klimawandel als Risikofaktor
Zusätzlich tragen Klimaveränderungen, wie etwa veränderte Niederschlagsmuster, zu diesen Risiken bei. Dies gilt insbesondere für vektorübertragene Krankheiten, deren Erreger durch Mücken, Zecken oder Flöhe übertragen werden. Zu diesen Krankheiten zählen Malaria, Zika, Dengue, Chikungunya und Borreliose. Die Eindämmung des Klimawandels könnte eine wichtige Maßnahme sein, um die Ausbreitung solcher Krankheiten zu verlangsamen.
Medizinische Versorgung als Schlüssel zur Früherkennung
Bei direkt übertragenen Zoonosen wie Ebola, Mpox oder HIV sind die Zusammenhänge komplexer. Der Einfluss von Abholzung, Erderwärmung und intensiver Landwirtschaft variiert je nach Krankheit und Region. Ein konstanter Faktor, der für das Bekanntwerden von Ausbrüchen entscheidend ist, ist der Zugang zu medizinischer Versorgung. In den meisten untersuchten Gebieten gab es mehr Berichte über Krankheitsausbrüche in der Nähe von Krankenhäusern, was eine frühzeitige Diagnose und Dokumentation ermöglichte.
Die Forscher fanden heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ausbruch bekannt wurde, mit zunehmender Entfernung zu einem Behandlungszentrum abnahm.
„Pro Stunde zusätzlicher Wegzeit mit einem motorisierten Fahrzeug sank die Wahrscheinlichkeit um durchschnittlich 32 Prozent“,
so das Team. Der Zugang zu medizinischer Versorgung könnte entscheidend dafür sein, Ausbrüche frühzeitig zu erkennen, bevor sie sich zu Epidemien oder gar Pandemien entwickeln.
Fazit und Ausblick
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass es keine einheitliche Umweltformel gibt, die vorhersagen kann, wo neue Infektionskrankheiten auftreten werden.
„Die Übertragung von Krankheiten von Tieren auf Menschen ist weltweit in durch Menschen veränderten Lebensräumen verbreitet. Aber die genauen menschlichen Aktivitäten, die Ausbrüche antreiben, sind je nach Erkrankung unterschiedlich“,
erklärt Erstautor Gibb. Die Forschung zeigt, dass präventive Maßnahmen und ein besserer Zugang zu medizinischer Versorgung entscheidend sind, um die Risiken von Krankheitsausbrüchen zu minimieren.
Quellen: n-tv
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.