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Google plant Freisetzung von 64 Millionen Mücken zur Bekämpfung von Krankheiten

Google plant, bis zu 64 Millionen fortpflanzungsunfähige Mücken in Florida und Kalifornien freizulassen, um die gefährliche _Aedes aegypti_-Population zu reduzieren. Die Mücken tragen ein Bakterium, das ihre Nachkommen sterilisiert und somit die Übertragung von Krankheiten wie Zika und Dengue ver…

Google plant Freisetzung von 64 Millionen Mücken zur Bekämpfung von Krankheiten
depositphotos

Google plant Freisetzung von 64 Millionen Mücken zur Bekämpfung von Krankheiten

03.06.2026, 12:17 Uhr

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Um die Population gefährlicher Stechmücken zu verringern, sollen fortpflanzungsunfähige Männchen mit wilden Weibchen gepaart werden. Google hat diese Methode bereits erfolgreich getestet und plant nun, sie in den USA in größerem Maßstab anzuwenden.

Stechmücken gehören zu den größten Plagen der Menschheit. Jährlich sind laut offiziellen Statistiken Hunderttausende Todesfälle auf sie zurückzuführen, da sie gefährliche Krankheiten durch ihre Stiche auf den Menschen übertragen. Mit dem Projekt Debug möchte Google nun versuchen, dieser Plage Herr zu werden: Bis zu 64 Millionen Mücken sollen in den USA freigelassen werden.

Aus einer Bekanntmachung geht hervor, dass die US-Umweltschutzbehörde (EPA) derzeit einen Antrag von Google prüft, der vorsieht, über einen Zeitraum von zwei Jahren jährlich bis zu 16 Millionen Mücken in Florida und Kalifornien freizusetzen. Die Entscheidung der EPA wird nach Ablauf der öffentlichen Konsultationsphase, die am 5. Juni endet, getroffen.

Die Grundidee besteht darin, ausschließlich männliche Mücken freizulassen, die keine Menschen stechen. Diese Männchen tragen ein Bakterium namens Wolbachia in sich, das sie praktisch steril macht. Nachkommen, die von diesen Männchen gezeugt werden, sind nicht lebensfähig. Durch die Freisetzung von Millionen Männchen soll die Fortpflanzung mit wildlebenden Weibchen gefördert werden, wodurch die Population schrittweise abnimmt und somit auch die Anzahl der weiblichen Mücken, die Krankheiten übertragen können.

Erste Erfolge in Kalifornien und Singapur

Im Fokus von Google steht die Mücke Aedes aegypti, eine ursprünglich aus Afrika stammende, aber weltweit invasive Art, die sich fast ausschließlich von menschlichem Blut ernährt. Diese Mückenart kann Krankheiten wie Zika, Dengue oder Chikungunya übertragen. Im aktuellen Antrag geht es jedoch zunächst um die Mückenart Culex quinquefasciatus, die bekannt dafür ist, das West-Nil-Virus zu übertragen.

Die Idee, schädliche Insekten durch Sterilisation zu bekämpfen, ist nicht neu. In der Vergangenheit konnten bereits die Populationen der Mittelmeer-Fruchtfliege und der Neuwelt-Schraubenwurmfliege erfolgreich eingedämmt werden. Google hat ebenfalls Erfolge bei der Mückenbekämpfung erzielt: In einem begrenzten Versuch in Kalifornien konnte die Zahl der weiblichen Mücken um etwa 96 Prozent reduziert werden, wie in einer Studie von 2020 berichtet wurde. Mercedes-Benz hat ähnliche Rückrufaktionen aufgrund von Antriebsproblemen durchgeführt.

Auch aus Singapur meldete Google kürzlich Erfolge im Kampf gegen Mücken: Durch die Freisetzung von Millionen männlicher Wolbachia-Mücken konnte das Land innerhalb von 6 bis 12 Monaten eine Reduzierung der Mückenpopulation von Aedes aegypti um 80 bis 90 Prozent verzeichnen. Gleichzeitig soll die Anzahl der Dengue-Fälle um mehr als 70 Prozent gesunken sein.

KI soll Mücken-Massenproduktion ermöglichen

Die Züchtung von Mücken stellte lange Zeit eine Herausforderung dar, da es schwierig war, zuverlässig eine hohe Anzahl an Männchen zu produzieren. Google plant, dieses Problem mithilfe verschiedener Technologien zu lösen: Zuchtmaschinen sollen Mücken quasi am Fließband produzieren, während KI dabei helfen soll, die aufgezogenen Männchen von Weibchen zu trennen.

Warum nicht auf andere Methoden zurückgreifen? Pestizide seien keine Lösung, da sie mit der Zeit ihre Wirksamkeit verlieren und auch für Menschen gefährlich sein können. Zudem reiche das Beseitigen von stehendem Wasser nicht aus, da nicht alle Brutstätten der Mücken gefunden werden können. Debug versichert, dass bei diesem Vorhaben keine Chemikalien, Gifte oder genmanipulierten Organismen eingesetzt werden.

Kritikpunkte und Bedenken

Chris Grinter von der California Academy of Sciences bewertet die Methode grundsätzlich positiv, warnt jedoch, dass darauf geachtet werden müsse, keine weiblichen Mücken versehentlich freizulassen. „Man will ja nicht versehentlich die Mückenpopulation vergrößern“, so Grinter. Die männlichen Mücken könnten sich hingegen in das Ökosystem einfügen, indem sie Pflanzen bestäuben und anderen Tieren als Nahrung dienen.

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Quellen: n-tv

Bildquelle: depositphotos

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