Steigende UV-Strahlung in Europa: Risiken durch abnehmende Bewölkung
Eine neue Analyse zeigt, dass die UV-Strahlenbelastung in Europa, besonders in Mitteleuropa, in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Daten, die zwischen 2013 und 2022 an 40 verschiedenen Messstationen gesammelt wurden, belegen, dass die Strahlung, die Sonnenbrände verursacht, in vielen Regionen zugenommen hat. Diese Tendenz könnte erhebliche gesundheitliche Risiken mit sich bringen, da UV-Strahlung mit einem höheren Risiko für Hautschäden und Hautkrebs assoziiert wird.
Die Studie, veröffentlicht im Fachjournal „Photochemical & Photobiological Sciences“, wurde von einem internationalen Team unter der Leitung von Alois Schmalwieser von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und Sebastian Lorenz vom Bundesamt für Strahlenschutz durchgeführt. Die Forscher konzentrierten sich speziell auf die UV-Strahlung, die für Sonnenbrände entscheidend ist, und verglichen diese mit Satellitendaten, um Muster zu identifizieren.
Ergebnisse und signifikante Anstiege der Messdaten
Die Analyse ergab, dass an 26 der 40 untersuchten Stationen ein statistisch signifikanter Anstieg der Jahreswerte der UV-Strahlung festzustellen war. Je nach Standort variierte die Zunahme zwischen 0,46 und 2,6 Prozent pro Jahr, was über den gesamten Zeitraum von 2013 bis 2022 einem durchschnittlichen Anstieg von etwa 11,2 Prozent entspricht. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass dieser Wert nicht für ganz Europa gilt.
Der Anstieg war besonders stark in Mitteleuropa, während in den nördlichen und südlichen Regionen der Kontinent weniger deutliche Trends zu beobachten waren. In bestimmten Teilen Spaniens und auf Lampedusa, einer italienischen Insel, konnte kein ähnlicher Anstieg verzeichnet werden. Im Alpenraum zeigte sich eine stark variierende Entwicklung, möglicherweise bedingt durch Faktoren wie Höhenlage und Schneebedeckung.
Der Einfluss der Bewölkung auf die UV-Strahlenbelastung
Die Forscher vermuten, dass die Zunahme der UV-Strahlung nicht auf Veränderungen in der Ozonschicht zurückzuführen ist, da an den Messstationen kein nennenswerter Trend in der Ozonsäule festgestellt werden konnte. Vielmehr könnte die Abnahme der Bewölkung eine entscheidende Rolle spielen. Durch weniger Wolken gelangt mehr UV-Strahlung zum Erdboden, da Wolken als natürliche Filter wirken. An 21 von 27 Stationen, für die auch Angaben zur Sonnenscheindauer vorlagen, zeigten sich Korrelationen zwischen den Veränderungen der Sonnenscheindauer und dem Anstieg der UV-Strahlenwerte.
Jahreszeitliche Schwankungen und gesundheitliche Konsequenzen
Die Zunahme der UV-Strahlung war nicht gleichmäßig über das Jahr verteilt. An 38 der 40 Stationen wurde in mindestens einem Monat ein signifikanter Anstieg der UV-Dosis festgestellt; besonders betroffen waren die Monate Januar, Februar, Juni und Oktober. Hohe prozentuale Anstiege im Winter wirken zwar alarmierend, sind jedoch weniger relevant für die Haut als die Anstiege im Sommer, wenn die UV-Strahlung aufgrund des erhöhten Sonnenstands intensiver ausfällt.
Es ist entscheidend zu betonen, dass ein Anstieg der gemessenen UV-Strahlung nicht zwangsläufig zu einer Zunahme der Hautkrebsfälle führt. Die Studie erfasst lediglich, wie viel UV-Strahlung den Boden erreicht, nicht, wie viel davon von Einzelpersonen tatsächlich absorbiert wird. Das individuelle Verhalten, wie beispielsweise die Zeit im Freien und der Gebrauch von Sonnenschutzmitteln, spielt eine wesentliche Rolle für die persönliche UV-Dosis.
Langfristige Entwicklungen und zukünftige Messungen
Die Untersuchung bezieht sich auf einen relativ kurzen Zeitraum von zehn Jahren. Die Wahl dieses Zeitraums basiert auf der Erwartung, dass in dieser Phase ein Anstieg der UV-Strahlung durch abnehmende Bewölkung zu beobachten ist. Frühere Daten deuten darauf hin, dass der Anstieg bereits zwischen 2010 und 2013 begonnen haben könnte. Ob dieser Trend in den kommenden Jahrzehnten anhält, ist jedoch ungewiss.
Obwohl die Studie keine Prognose für eine dauerhafte Zunahme der UV-Strahlung in Europa liefert, verdeutlicht sie die erhebliche Auswirkung von Änderungen in der Bewölkung auf die Bodenausstrahlung. Die Forscher betonen die Notwendigkeit langfristiger Messungen und fordern den Aufbau robuster, qualitätsgesicherter Bodenmessnetze, die zusammen mit Satellitendaten regionale Veränderungen frühzeitig identifizieren können.
Quellen: n-tv, tagesschau
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.